Bildende Kunst

Neue Landesgalerie Niederösterreich wird in Krems eröffnet

Mit einem Festakt in der Minoritenkirche Krems hat am Samstag das Grand Opening der Landesgalerie Niederösterreich begonnen. Als "Ausdruck offen gelebter Kulturpolitik", die immer auch als Gesellschaftspolitik zu verstehen sei, bezeichnete Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Museumsneubau in ihrer Festrede.

Spektakulärer Bau: Landesgalerie Niederösterreich in Krems SN/APA (Ludwig Schedl)/APA Ludwig S
Spektakulärer Bau: Landesgalerie Niederösterreich in Krems

Freiräume in der Kunst seien gerade "angesichts der Entwicklungen in Europa" wichtiger denn je, so Mikl-Leitner. "International, europäisch, grenzenlos" sei das Kunstverständnis in Niederösterreich, erklärte Christian Bauer, Direktor der Landesgalerie, im Gespräch mit Moderatorin Katharina Stemberger. "Mein Herz lacht heute", freute sich der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), in dessen Amtszeit die Entscheidung für die Errichtung des Hauses gefallen ist, und erinnerte sich an die dem Bau vorausgegangenen "intensiven Diskussionen".

In Video-Grußbotschaften würdigten Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) - "Ein Meilenstein in der niederösterreichischen Kulturpolitik" - und Bundespräsident Alexander Van der Bellen - ein Ort für "Visionen, Innovationen und Querdenken" - die neue Landesgalerie. Architekt Bernhard Marte zeigte sich zufrieden mit dem Gebäude, das sich in die Umgebung "durch Form und Materialität einfügt." 

Zur Frage "Wozu brauchen wir Kunst?" äußerte sich Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen und ehemalige Kuratorin der Kunsthalle Krems. Ihre Antwort: Um unsere Sinne zu schulen, Emotionen und Empathie zu stärken und die Kommunikationsfähigkeit zu fördern. 

Dass der vom ORF live übertragene Festakt im Ambiente der gotischen Minoritenkirche über die Bühne ging, mag kurios anmuten, ist aber einerseits aus dem Umstand erklärbar, dass die Räumlichkeiten der Landesgalerie bereits mit den fünf Eröffnungsausstellungen bespielt sind, andererseits auf diese Weise gerade der Kontrast zwischen Tradition und Moderne thematisiert wurde. Die Eröffnung samt Segnung fand aber dann doch vor Ort statt, wo bereits eine große Menschenschlange auf Einlass zum Tag der offenen Tür wartete. Bernhard Marte, Erwin Pröll, Johanna Mikl-Leitner und Christian Bauer durchschnitten das Band und begaben sich auf einen ersten Rundgang durch die Ausstellungen.

Auch am Sonntag ist die Landesgalerie mit fünf Ausstellungen ("Renate Bertlmann. Hier ruht meine Zärtlichkeit", "Ich bin alles zugleich. Selbstdarstellung von Schiele bis heute", "Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler der Gegenwart", "Sehnsuchtsräume. Berührte Natur und besetzte Landschaften", "Heinz Cibulka. bin ich schon ein bild?") auf fünf Ebenen auf 3.000 Quadratmetern bei freiem Eintritt zugänglich. Die Kunstmeile Krems bringt zudem weitere neue Ausstellungsangebote: Das Forum Frohner zeigt "Ich und Ichich - Adolf Frohner im Porträt", in der Dominikanerkirche wird am Sonntagvormittag Josef Trattners "Donau-Sofafahrt" eröffnet.

Quelle: APA

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