Bildende Kunst

Wiener Städtische ehrt Podrecca zum 80. Geburtstag mit Ausstellung

Im Wiener Ringturm wird ein Überblick der neuesten Arbeiten des renommierten Architekten gezeigt.

"Eine Ausstellung ist immer Champagner für den Autor" - mit diesen Worten hat der Architekt Boris Podrecca an seinem 80. Geburtstag eine ihm gewidmete Schau im Wiener Ringturm der Presse präsentiert. Dabei handle es sich um ein "Konglomerat an Gefühlen", sagte Podrecca. Man sehe dabei, was gelungen sei und was nicht.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe "Architektur im Ringturm" zeigt die Wiener Städtische ab 31. Jänner einen Querschnitt der neuesten Arbeiten des Architekten, der besonders in Österreich, Italien und auf dem Balkan Bauwerke konzipierte. Die Werkschau des mit Preisen überhäuften Architekten zeigt rund 30 Arbeiten, darunter Fotografien, Modelle und Konzeptdesigns. In einem eigenen Raum können Handzeichnungen betrachtet werden. "Die stammen aus der Zeit, in der ich viel mit Venedig gemacht habe", berichtete Podrecca. In einem anderen Raum werden Ausschnitte eines Dokumentarfilms über den Architekten gezeigt.

Oft wird auf rechte Winkel verzichtet, um den Gebäuden ein organisches Bild zu geben. Podrecca fügt seine Bauwerke stets in das bestehende Umfeld ein. Dazu verwendet er Grünflächen, Farben, Glas und bereits bestehende Bausubstanz. So modernisieren die Wohnbauten "Judecca Nova" in Venedig die klassische venezianische Architektur elegant, ohne einen Bruch mit den älteren Gebäuden zu verursachen. Auch das Design der Innenräume ist stets auf die Funktion der Gebäude abgestimmt. Raffinierte Treppenhäuser mit Glaskonstruktionen erinnern beinahe schon an die surrealen Gebäudezeichnungen von M.C. Escher, ohne dabei Funktionalität einzubüßen.

In Wien konnte Podrecca viele Gebäude realisieren. So ist er der Architekt des Austria Campus, des Vienna Bio Centers, des Dommuseums und des Porzellanmuseums am Augarten. Zudem hat er das Dach des Wiener Palais Hansen Kempinski neu gestaltet.

"Eine Niederlagen-Ausstellung wäre auch interessant", scherzte er und verwies auf das nicht fertiggestellte Projekt am Wiener Praterstern, dessen Planskizzen und Modell im Rahmen der Ausstellung besichtigt werden kann. "Eine Stadt kann man nicht nur mit Wettbewerben bauen", sagte er. Vielmehr müsse man ein Gremium einsetzen, das einen "neuen Atem" für eine Stadt erarbeite und Konzepte empfehlen könne.

Boris Podrecca plädierte zudem für mehr Polychromie in der Architektur. "Chromatik kann der Architektur eine Stimme geben, weiße Architektur ist defensiv", sagt er. "Wenn ich mich über einen Bauherren ärgere, mache ich ihm die Türe rot."


Ausstellung: "Boris Podrecca - Architektur" bis 20.März im Wiener Ringturm.

Quelle: APA

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