Bildende Kunst

Wo Kunst einen guten Draht zum Alltag hat

Eine Lampe oder auch eine ganze Küche aus Draht ziehen im Kunsthaus Nexus ein. "Eigentlich schaffe ich Zeichnungen im Raum", sagt Fritz Panzer.

Seine „Prenninger Küche“ hat der Künstler Fritz Panzer im Kunsthaus Nexus installiert. SN/nexus/petra noll-hammerstiel
Seine „Prenninger Küche“ hat der Künstler Fritz Panzer im Kunsthaus Nexus installiert.


Die Übersiedelung bereitete keine Probleme, und auch die Aufbauarbeiten seien zügig vorangegangen, erzählt Petra Noll-Hammerstiel: "Die Küche steht schon!" Von der Qualität der Installation und anderer Arbeiten, die nun in Saalfelden zu sehen sind, ist die Kuratorin ohnehin begeistert: "Fritz Panzer stand lang auf meiner Liste".

Der österreichische Künstler wiederum ist von der Nexus-Kunsthalle angetan, in der er seine "Prenninger Küche" diesmal installiert: Die weißen Wände und die ruhigen, fensterlosen Flächen seien ein ideales Umfeld für die Seherlebnisse, die seine Arbeiten bieten: "Meine Drahtobjekte sind wie Zeichnungen im Raum."

Kästen, Pfannen, Töpfe, Spüle: Aus vielen drahtigen Einzelteilen setzt sich die "Prenninger Küche" zusammen. Ihren Namen hat sie vom einstigen Wohnort des Grazer Künstlers. Mit Gegenständen und Materialien des Alltags habe er seit den späten 60er Jahren unter dem Eindruck der Pop Art gearbeitet. "Auch meine Küche habe ich immer wieder gezeichnet", erzählt Panzer. Auf dem Papier wollte er es aber nicht belassen. Aus dem Wunsch, die Ästhetik von Zeichnungen ins Dreidimensionale zu überführen, seien also erste filigrane Draht-Objekte entstanden: "Die Küche wurde eine der frühesten Arbeiten."

In Paris, Berlin und anderen Städten hat Panzer sie gezeigt. In Saalfelden ist sie nun Teil der Soloschau "Das Doppelleben der Gegenstände", die Noll-Hammerstiel dem 74-jährigen Künstler widmet. "Zu sehen sind auch Arbeiten aus Papier und Karton wie ein Tisch und ein Stuhl", sagt die Kuratorin. Auch ihnen ist ihre Fraglität anzusehen: "Es sind Alltagsagegenstände, die aber keiner Benutzung standhalten".

Wenn er wiederum mit Draht arbeite, wolle er auch die charakteristischen Konturen des Zeichenstifts in den Raum übertragen, erzählt Fritz Panzer: Manche Linien sind dünn und zart, "andere betone ich mit Umwicklungen". Und wie beim Zeichnen auf Papier sei auch das Weglassen ein Stilmittel. Als die Wiener Albertina unter dem Titel "Drawing Now" zeitgenössischer Zeichnung eine Schau widmete, zeigte Panzer etwa eine Rolltreppe aus Draht, die "sich an einem Ende gleichsam in Luft auflöst".

Kuratorin Noll-Hammerstiel verliert unterdessen den Draht zur Zeichnung nicht aus den Augen: Nach einer Gruppenschau mit Pinzgauer Künstlern werde es 2020 in einer Ausstellung mit Rainer Wölzl wieder um Aspekte des Zeichnerischen gehen.

Ausstellung:Fritz Panzer: "Das Doppelleben der Gegenstände, Saalfelden, Kunsthaus Nexus, Vernissage heute, Fr., 20 Uhr.

Quelle: SN

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