Kultur

Bologna-Bürgermeister verteidigt Regisseur Kusej

Nachdem er wegen Anspielungen auf den islamistischen Terror in der Mozart-Oper "Die Entführung aus dem Serail" Ärger bekommen hat, erhält Regisseur Martin Kusej Rückendeckung vom Bürgermeister von Bologna, Virginio Merola: "Wir werden niemals die künstlerische Freiheit beschneiden." Am kommenden Freitag (20. Jänner) ist die Premiere von Kusejs Inszenierung in der italienischen Stadt angesetzt.

Martin Kusej provoziert gerne.  SN/APA (dpa/Archiv)/Peter Kneffel
Martin Kusej provoziert gerne.

Die Gemeinde Bologna ist für das Teatro Comunale verantwortlich, das die Saison mit Kusejs Oper öffnen wird. Ein Stadtratsmitglied hatte Bilder von Fahnen mit arabischem Text und IS-Anspielungen aus den Proben der Aufführung veröffentlicht, was für Polemik gesorgt hat. Doch Merola stellt sich entschlossen auf die Seite des österreichischen Regisseurs. "Ein Bürgermeister hat über den Inhalt eines Kunstwerks nichts zu sagen. Und damit ist das Thema abgeschlossen", versicherte Merola.

Laut der Tageszeitung "Corriere della Sera" verzichtete der türkische Tenor Mert Süngü auf seinen Auftritt. Kusejs Inszenierung sei ein Affront für die "Würde einer Nation". Kusej bestritt, dass Süngü jemals dem Cast der Oper angehört habe. "Ich habe diese Person nie getroffen. Er hat an keiner einzigen Probe teilgenommen. Er war nicht in der Lage, den neuen Text auf Deutsch zu lernen, den wir geschrieben haben", erklärte der Regisseur. Koautor des neuen Textes ist Albert Ostermaier.

Quelle: APA

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