Kopf des Tages

Daniel Day-Lewis - Der Oscar-Rekordhalter tritt ab

Der britisch-irische Schauspieler verkündet das Ende seiner Karriere. Als einziger gewann er drei Oscars als "Bester Hauptdarsteller".

Drei Oscars hat er gewonnen. Und stets gehörte er zu den Schauspielern, die ganz tief in ihre Rollen versanken. Egal ob als verkrüppeltes Kunstgenie Christy Brown, als gieriger Ausbeuter oder als edler Krieger in "Der letzte Mohikaner". Und erst recht die brutale, wütende Geste, mit der er William Cutting als New Yorker Unterwelt-Boss in "Gangs of New York" schlachtend und mordend durch die Straßen ziehen ließ. Grauslich blutig war das, ekelhaft im Grunde, aber eben auch so eindrucksvoll und überzeugend bis in die letzte Faser, das man nicht wegschauen wollte.

Das alles wird uns in Zukunft entgehen. Der britisch-irische Schauspieler Daniel Day-Lewis gibt seinen Beruf auf. Dies teilte seine Sprecherin mit.

Es sei eine persönliche Entscheidung und es werde von Daniel Day-Lewis oder seinen Vertretern keine weitere Erklärung dazu geben, hieß es in der Mitteilung. "Er ist all seinen Kollegen und den Zuschauern über die vielen Jahre hinweg ungeheuer dankbar", ließ Sprecherin Leslee Dart wissen.

Er macht sich rar - und immer Eindruck

Begonnen hatte Day-Lewis eine Karriere schon 1971 in dem Film "Sunday Bloody Sunday" von John Schlesinger. Wenn Day-Lewis nun nicht mehr auf der Leinwand auftaucht, fehlt einer, der stets spielt und niemals kämpfte. Damit wurde er auch einsamer Rekordhalter in der Oscar-Geschichte. Drei Mal holte er sich den Preis in der Kategorie als "Bester Hauptdarsteller". Für seine Rolle des verkrüppelten irischen Künstlers Christy Brown in dem Film "Mein linker Fuß" (1989) erhielt er den ersten Oscar. Der zweite folgte für seine Rolle als raffgieriger Ausbeuter in dem düsteren Öldrama "There Will Be Blood" (2007). Für seine Präsidenten-Darstellung in Steven Spielbergs Historiendrama "Lincoln" nahm er 2013 den dritten und wie nun Gewissheit ist auch letzten Preis entgegen. Danach wurde es still um ihn.

Mit Regisseur Paul Thomas Anderson drehte er seither einen noch titellosen Film ab, der im Dezember in den US-Kinos anlaufen soll. Day-Lewis hat sich auf der Leinwand rar gemacht. Er lehnte manche Rolle in Blockbuster-Produktionen ab. Wenn er aber auftauchte, wenn er einfühlsam als Künstler auftauchte, oder als politischer Kopf (auch im Privaten) oder eben als schlachtender Metzger in den frühen Tagen New Yorks, hinterließ er massiven Eindruck.

Day-Lewis ist seit 1996 mit der Filmemacherin Rebecca Miller verheiratet, das Paar hat zwei Söhne. Aus seiner Beziehung zu der Schauspielerin Isabelle Adjani hat er einen Sohn.

Aufgerufen am 16.08.2018 um 02:26 auf https://www.sn.at/kultur/daniel-day-lewis-der-oscar-rekordhalter-tritt-ab-12477820

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