Kultur

Das Jahr des Abschieds: Prominente Tote des Jahres 2016

Im zu Ende gehenden Jahr 2016 starb eine Reihe teils weltweit bekannter Persönlichkeiten.

Abschied 2016: David Bowie. SN/APA/AFP/NIKLAS HALLE'N
Abschied 2016: David Bowie.

Jänner

04.01.Achim Mentzel (69): Der gebürtige Ost-Berliner galt als Stimmungskanone und Vollblut-Entertainer. Er spielte zu DDR-Zeiten in verschiedenen Musikgruppen überwiegend Schlager.

04.01.Maja Maranow (54): Die Schauspielerin verkörperte mehr als 20 Jahre die Kommissarin Verena Berthold in der ZDF-Kultserie "Ein starkes Team". Unter Regisseur Dieter Wedel spielte sie Hauptrollen in Mehrteilern wie "Der Schattenmann" und "Die Affäre Semmeling".

05.01.Pierre Boulez (90): Der französische Komponist und Dirigent war einer der bedeutendsten Vertreter der musikalischen Avantgarde. Seine Interpretation von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in den 1970er Jahren bei den Bayreuther Festspielen machte international Furore.

07.01.André Courrèges (92): Der französische Modeschöpfer sorgte mit futuristischen Entwürfen in den 1960er Jahren für großes Aufsehen. Wegen seines "harten Chics" aus geometrischen Formen und Linien wurde er "Picasso der Mode" genannt.

10.01.David Bowie (69): Der britische Rockmusiker gehörte zu den einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. Im Laufe seiner Karriere erfand er sich immer wieder neu.

David Bowie. SN/APA/AFP/RALPH GATTI
David Bowie.
Zu seinen berühmtesten Liedern zählen "Let's Dance", "Heroes" und "Life on Mars". Zum Nachruf: Bowie kündigte seinen Tod auf dem letzten Album an.

12.01.Ruth Leuwerik (91): Mit starken Frauenrollen wurde die Schauspielerin in den 1950er Jahren zum Vorbild einer ganzen Generation. Großen Erfolg hatte Leuwerik mit dem Kinofilm "Die Trapp-Familie" über eine junge Nonne. Sie begann 1947 ihre Karriere am Theater, 1953 gelang ihr der Durchbruch beim Film.

14.01.Alan Rickman (69): Er gehörte zu den profiliertesten britischen Schauspielern auf der Bühne und im Film.

Alan Rickman. SN/APA/AFP/GABRIEL BOUYS
Alan Rickman.

Unvergessen bleibt Rickman als Professor Severus Snape in den "Harry Potter"-Filmen. Bekannt wurde er in den 1980er Jahren durch den Blockbuster "Stirb langsam" mit Bruce Willis. Zum Nachruf: Der freundliche Bösewicht

18.01.Glenn Frey (67): Der US-amerikanische Gitarrist, Sänger und Songschreiber gründete 1971 die Rockband Eagles mit. Sie wurde zum Inbegriff des California Rock. Zu den bekanntesten Titeln zählen "Hotel California" und "Take It Easy".

21.01.Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell (74): Der Jurist und frühere Investmentbanker war das Gesicht der Stiftemarke Faber-Castell. Er leitete das Familienunternehmen in Stein bei Nürnberg in achter Generation fast 40 Jahre lang.

27.01.Artur Fischer (96): Der deutsche Erfinder wurde mit seinen Kunststoff-Dübeln und dem "Fischertechnik"-Baukasten weltweit bekannt. Auf das Konto des Unternehmers gehen mehr als 1100 Patente und Gebrauchsmusteranmeldungen.

31.01.Wolfgang Rademann (81): Der Fernsehproduzent schrieb mit Serien wie "Das Traumschiff" und "Die Schwarzwaldklinik" Fernsehgeschichte. Der Berliner arbeitete mit TV-Stars Harald Juhnke, Günter Pfitzmann und Peter Alexander zusammen.

Februar

03.02.Maurice White (74): Der Afroamerikaner war Gründer und Vordenker der Funk-Band Earth, Wind & Fire. Mit Hits wie "September", "Shining Star" und "Boogie Wonderland" prägte die Ende der 1960er gegründete Gruppe den Sound ihrer Zeit.

07.02.Roger Willemsen (60): Der Bestsellerautor und frühere Fernsehmoderator zählte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen.

Roger Willemsen. SN/APA (dpa)/Jens Kalaene
Roger Willemsen.
Mit der ZDF-Talksendung "Willemsens Woche" hatte er sich in den 1990er Jahren einen Namen gemacht.

16.02.Butros Butros-Ghali (93): Der ägyptische Jurist und Politiker leitete die Vereinten Nationen von 1992 bis 1996 als Generalsekretär. In seine Amtszeit fielen die Konflikte in Somalia, im früheren Jugoslawien und in Ruanda.

19.02.Harper Lee (89): Die Schriftstellerin erlangte mit dem halbbiografischen Roman "Wer die Nachtigall stört" Weltruhm. Mit mehr als 40 Millionen verkauften Exemplaren gehört er zu den meistgelesenen Büchern. Für die Geschichte über die Rassenprobleme im Amerika der 1930er Jahre, die auch verfilmt wurde, erhielt Lee 1961 den Pulitzer-Preis.

19.02.Umberto Eco (84): Das millionenfach verkaufte Buch "Der Name der Rose" machte ihn weltberühmt.

Umberto Eco. SN/APA/AFP/FRANCOIS GUILLOT
Umberto Eco.
Der Italiener feierte auch mit Veröffentlichungen wie "Das Foucaultsche Pendel", "Die Insel des vorigen Tages" und "Der Friedhof in Prag" internationale Erfolge. Der Literat von Weltrang war auch ein anerkannter Philosoph und Sprachwissenschaftler. Nachruf: Weltberühmt im Namen der Rose

23.02.Peter Lustig (78): Der studierte Elektrotechniker moderierte 25 Jahre lang bis 2005 die ZDF-Kindersendung "Löwenzahn". Generationen von Kindern kennen den Mann mit der Latzhose und Nickelbrille, der in seinem Bauwagen lebte und Natur und Technik einfach und verständlich erklären konnte.

25.02.Gillis Lundgren (86): Der Mitarbeiter des schwedischen Möbelkonzerns Ikea erfand zahlreiche Klassiker, darunter das seit 1979 weltweit zig millionenfach verkaufte Billy-Regal. Er hatte auch die Idee, die Möbel in flache Pakete zu verpacken.

29.02.Hannes Löhr (73): Der frühere Nationalspieler und DFB-Trainer führte das deutsche Team bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul zur Bronzemedaille. Er war auch Trainer und Manager des 1. FC Köln. Als Spieler erzielte Löhr für die Kölner in 381 Bundesligaspielen 166 Treffer.

März

05.03.Nikolaus Harnoncourt (86):

Nikolaus Harnoncourt. SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Nikolaus Harnoncourt.
Der österreichische Stardirigent widmete sich mehr als 60 Jahre lang dem Originalklang, dem Klang der Musik zu ihrer Entstehungszeit. Anfangs auf Barockmusik konzentriert, wandte er später seine historische Aufführungspraxis auf ein breites Repertoire an. Nachruf: Der Erneuerer der Vergangenheit

05.03.Ray Tomlinson (74): Der Internet-Pionier prägte entscheidend die elektronische Post. Der US-Informatiker verschickte 1971 die erste E-Mail zwischen Computern und erfand die typischen Adressen mit dem "@"-Zeichen.

06.03.Nancy Reagan (94): Die frühere US-Filmschauspielerin stand als First Lady fest an der Seite ihrer großen Liebe Ronald Reagan. Er amtierte von 1981 bis 1989 als US-Präsident. Sie hatten sich als junge Schauspieler in Hollywood kennengelernt. Ihr "Ronnie" starb 2004 an Alzheimer.

10.03.Ken Adam (95): Der britische Filmarchitekt stattete unter anderem sieben "James-Bond"-Filme aus - von "Dr. No" bis "Moonraker". Der gebürtige Berliner gewann zwei Mal den Oscar. Als Jugendlicher war er mit seiner Familie vor den Nazis nach England geflohen. Adam wurde später geadelt.

11.03.Keith Emerson (71): Die britische Keyboard-Legende war Mitbegründer des Rocktrios Emerson, Lake and Palmer. Die 1970 gegründete Formation veröffentlichte zahlreiche Platin-Alben. "Lucky Man" gehört zu ihren bekanntesten Hits. Emerson machte sich auch als Solokünstler einen Namen.

17.03.Hugo Strasser (93): Der deutsche Swing-Musiker und Klarinettist stand bis zuletzt auf der Bühne. 1955 bildete er sein erstes eigenes Tanzorchester. Seine Platten erzielten Millionenauflagen. Strasser war mit Max Greger und Paul Kuhn mehr als zehn Jahre als Swing-Legenden unterwegs. Mit 65 Jahren gründete er das Quintett Hot-Five.

18.03.Guido Westerwelle (54): Der FDP-Politiker gehörte seit den 1980er Jahren zu den führenden Figuren der bundesdeutschen Politik.

Guido Westerwelle. SN/APA/dpa/Michael Kappeler
Guido Westerwelle.
Der erfolgreiche Wahlkämpfer war zwischen 2009 und 2013 Bundesaußenminister. In den ersten beiden Jahren der schwarz-gelben Koalition bis zu seinem Rücktritt vom Amt des FDP-Chefs 2011 war er auch Vizekanzler. Er war schwer an Leukämie erkrankt und schrieb darüber auch ein Buch. Nachruf: "Zwischen zwei Leben"

18.03.Lothar Späth (78): Der CDU-Politiker war von 1978 bis 1991 baden-württembergischer Ministerpräsident, bis er wegen einer Affäre um Reisen auf Kosten der Industrie zurücktrat. Danach führte der auch "das Cleverle" genannte Späth im thüringischen Jena die Jenoptik zum Erfolg.

24.03.Johan Cruyff (68): Die niederländische Fußball-Legende wurde mit seinem Land 1974 Vize-Weltmeister und prägte auch als Trainer des FC Barcelona eine Ära. So führte Cruyff die Katalanen 1992 zum Sieg im Europapokal der Landesmeister, den er als Spieler dreimal mit Ajax Amsterdam gewonnen hatte.

24.03.Roger Cicero (45): Der Jazz-Sänger machte mit seiner Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit Wortspielereien, den deutschsprachigen Swing salonfähig. 2007 gewann er den Musikpreis Echo als bester Rock/Pop-Sänger. Markenzeichen von "Mr. Swing" war sein obligatorischer Hut.

31.03.Hans-Dietrich Genscher (89): Der FDP-Politiker und langjährige Außenminister (1974-1992) war ein maßgeblicher Architekt der deutschen Einheit. Der Mann im gelben Pullover gehörte zu den beliebtesten Spitzenpolitikern und den prägenden Persönlichkeiten der Liberalen. Er war von 1974 bis 1985 Vorsitzender der FDP.

31.03.Imre Kertesz (86): Der Ungar jüdischer Abstammung überlebte die NS-Vernichtungslager Auschwitz und Buchenwald. In seinem "Roman eines Schicksallosen" (1975) verarbeitete Kertesz seine Erfahrungen, blieb jedoch in der sozialistischen Ära Ungarns unbekannt. Erst nach der Wende gelangte er zu Ruhm und erhielt 2002 den Literaturnobelpreis.

April

07.04.Hendrikje Fitz (54): Die Schauspielerin spielte seit 1998 die Physiotherapeutin Pia Heilmann in der erfolgreichen ARD-Serie "In aller Freundschaft". Sie stand auch auf Theaterbühnen, etwa in Berlin oder Leipzig.

21.04.Hans Koschnick (87): Der SPD-Politiker war von 1967 bis 1985 Bürgermeister und Regierungschef von Bremen. In den 1990er Jahren ging er als EU-Administrator in die bosnische Stadt Mostar, die im Krieg stark zerstört worden war.

21.04.Prince (57): Der US-Popmusiker galt als einer der bedeutendsten Musiker der vergangenen Jahrzehnte.

Prince. SN/APA (Archiv/EPA)/BALAZS MOHAI
Prince.
Von dem siebenfachen Grammy-Gewinner stammen Welthits wie "Purple Rain", "Sign O' The Times", "Kiss" und "When Doves Cry". Er produzierte Alben und schrieb Songs für andere Musiker. Nachruf: Der magische Prinz tanzt oben weiter

30.04.Uwe Friedrichsen (81): Gustaf Gründgens holte den gebürtigen Altonaer 1956 ans Hamburger Schauspielhaus, dessen Ensemble Friedrichsen bis 1968 angehörte. Danach spielte er in Fernsehproduktionen wie die Krimi-Serie "Schwarz-Rot-Gold". Als Synchronsprecher lieh er unter anderem US-Kollegen Peter Falk und Donald Sutherland seine prägnante Stimme.

Mai

06.05.Margot Honecker (89): Die Witwe des DDR-Staats- und SED-Parteichefs Erich Honecker galt als kommunistische Hardlinerin. Die Bildungsministerin mit dem Blaustich im Haar setzte von 1963 an sozialistische Ideologie in Schulen und Kindergärten eisern durch und verteidigte zeitlebens die DDR.

09.05.Walther Leisler Kiep (90): Der langjährige CDU-Schatzmeister (1971-1992) war eine Schlüsselfigur der Spendenaffäre um Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Der Hamburger war auch um die transatlantische Freundschaft bemüht.

15.05.Erika Berger (76): Die Buchautorin und Moderatorin wurde in den 1980er Jahren als Sexspezialistin mit der RTL-Sendung "Call-in - eine Chance für die Liebe" bekannt. Daneben veröffentlichte Berger zahlreiche Bücher. Sie begann ihre Karriere als Kolumnistin bei der "Bild"-Zeitung.

18.05.Fritz Stern (90): Der mehrfach ausgezeichnete US-Historiker deutscher Herkunft war einer der Großen seiner Zunft. Seine Werke, insbesondere über die Entstehung des Nationalsozialismus, wurden zu Klassikern, seine Memoiren "Fünf Deutschland und ein Leben" zum Bestseller. 1938 war er mit seinen jüdischen Eltern von Breslau in die USA geflüchtet.

31.05.Rupert Neudeck (77): Der Journalist gründete 1979 die Hilfsorganisation Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme. Mehr als 10 000 vietnamesische Flüchtlinge retteten die Aktivisten in den 1980er Jahren aus dem Chinesischen Meer.

Juni

03.06.Muhammad Ali (74): Die Boxlegende war dreifacher Weltmeister im Schwergewicht und 1960 Olympiasieger im Halbschwergewicht. Damals hieß der US-Afroamerikaner noch Cassius Clay.

Muhammad Ali. SN/AP
Muhammad Ali.
Erst nach seinem Übertritt zum Islam 1964 nahm er den Namen Muhammad Ali an. 1999 ernannte ihn das IOC zum "Sportler des Jahrhunderts". Nachruf: Die Schönheit von Muhammad Ali

11.06.Rudi Altig (79): Der frühere Straßenrad-Weltmeister war einer der erfolgreichsten Fahrer Deutschlands. Bei den drei großen Rundfahrten Tour de France (8), Giro d'Italia (4) und Vuelta (6) feierte Altig 18 Etappensiege. Zu Beginn seiner Karriere gewann er auf der Bahn drei Weltmeistertitel.

19.06.Götz George (77): Der Sohn des Schauspielers Heinrich George bleibt einem Millionenpublikum vor allem als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung.

Götz George. SN/APA
Götz George.
George verkörperte den schnoddrigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet binnen 32 Jahren 48 Mal. Unvergesslich ist auch seine Kinorolle als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in "Der Totmacher" (1995).

27.06.Bud Spencer (88):

Bud Spencer. SN/APA (dpa)/Jan-Philipp Strobel
Bud Spencer.
Der italienische Schauspieler drehte mit Terence Hill Filme wie "Vier Fäuste für ein Halleluja" und "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle".
Bud Spencer in seiner Paraderolle mit Terence Hill. SN/www.picturedesk.com
Bud Spencer in seiner Paraderolle mit Terence Hill.
Das ungleiche Duo prägte den Italo-Western. In Neapel als Carlo Pedersoli geboren, war er in den 1950er Jahren mehrfach italienischer Schwimmmeister und nahm an Olympischen Spielen teil. Nachruf: Sein letztes Wort war "Danke"

Juli

02.07.Elie Wiesel (87): Der Holocaust-Überlebende und Friedensnobelpreisträger galt vielen als "Gewissen der Welt". Der in New York lebende Schriftsteller, dessen Eltern und Schwester von den Nazis ermordet worden waren, hatte sich für die Erinnerung an den Holocaust eingesetzt.

27.07.Piet de Jong (101): Der frühere niederländische Ministerpräsident (1967-1971) hatte sich für Großbritanniens Beitritt zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft eingesetzt. In seiner Regierungszeit brachte er viele gesellschaftliche Reformen durch das Parlament.

August

14.08.Hermann Kant (90): Der Schriftsteller war Vorsitzender des DDR-Schriftstellerverbandes (1978-1989) und zudem Mitglied des Zentralkomitees der SED (1986-1989). Seine Romane wie "Die Aula" erzielten in der DDR Millionenauflagen. Kollegen wie Günter Grass warfen ihm seine Regimetreue vor.

16.08.João Havelange (100): Der Sohn eines nach Brasilien ausgewanderten belgischen Waffenhändlers beherrschte von 1974 bis 1998 den Fußball-Weltverband FIFA. Er entwickelte den Verband zu einem professionellen, aber korruptionsanfälligen Weltkonzern. An Olympischen Spielen nahm er 1936 in Berlin als Schwimmer und 1952 in Helsinki als Wasserballer teil.

18.08.Ernst Nolte (93): Der Historiker löste vor 30 Jahren den deutschen Historikerstreit aus. Seine These, Hitler und der Nationalsozialismus seien eine Reaktion auf die Bedrohung Deutschlands durch die russische Revolution gewesen, stieß auf Empörung und hatte eine langanhaltende Debatte zur Folge.

21.08.Toots Thielemans (94): Der belgische Jazzmusiker machte mit seinem Mundharmonika-Spiel Furore. Er stand mit Benny Goodman, Charlie Parker, Ella Fitzgerald und Pat Metheny auf der Bühne. Seine Komposition "Bluesette" (1962) wurde zum Klassiker.

23.08.Reinhard Selten (85): Der Mathematiker und Volkswirt erhielt 1994 zusammen mit zwei Amerikanern für seine Beiträge zur sogenannten Spieltheorie den Wirtschafts-Nobelpreis. Er galt als Pionier der experimentellen Wirtschaftsforschung.

24.08. Henning Voscherau (75): Der Jurist und SPD-Politiker regierte Hamburg von 1988 bis 1997 - teils mit wechselnden Koalitionspartnern. Mit den Grünen wollte er nichts zu tun haben. Der Freund von Altkanzler Helmut Schmidt trat nach dem schlechten Wahlergebnis seiner Partei 1997 zurück.

24.08. Walter Scheel (97): Der frühere Bundespräsident trat 1946 in die FDP ein und war von 1968 bis 1974 Parteichef. Als Außenminister und Vizekanzler in der SPD/FDP-Koalition von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) von 1969 bis 1974 setzte er mit Brandt die Ostverträge durch. Sehr populär wurde er als singender Bundespräsident ("Hoch auf dem gelben Wagen").

29.08. Gene Wilder (83): Der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur zählte in den 1970er und 1980er Jahren zu Hollywoods bekanntesten Komikern.

Gene Wilder. SN/APA/AFP/MYCHELE DANIAU
Gene Wilder.
Mit skurrilen Komödien wie "Frankenstein Junior", "Is' was, Sheriff?" und "Die Glücksjäger" brachte er Millionen Zuschauer zum Lachen. Nachruf: Witzbold und Melancholiker

September

10.09. Jutta Limbach (82): Die Sozialdemokratin war von 1994 bis 2002 Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Danach leitete sie bis 2008 das Goethe-Institut. Beim höchsten deutschen Gericht bereitete sie unter anderem das Urteil zur Zulässigkeit von Auslandseinsätzen der Bundeswehr vor.

14.09. Hilmar Thate (85): Der Schauspieler war in der DDR ein Star, feierte aber auch im wiedervereinigten Deutschland große Erfolge. Als "Der König von St. Pauli" begeisterte er das Fernsehpublikum. Am Theater überzeugte er als "Mephisto" und "Richard III." Thate trat auch als Brecht-Sänger auf.

16.09. Carlo Azeglio Ciampi (95): Der ehemalige italienische Staatspräsident (1999-2006) galt in turbulenten politischen Zeiten als das "Gewissen der Nation". Für seine Verdienste in der Europapolitik bekam er den Karlspreis. Dem gebürtigen Toskaner lag viel an den deutsch-italienischen Beziehungen.

16.09. Edward Albee (88): Der für sein Meisterwerk "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" gefeierte US-Dramatiker erhielt drei Mal den Pulitzer-Preis, für "Empfindliches Gleichgewicht" (1966), "See-Eskapade" (1974) und "Three Tall Women" (1991). Albee wurde in den USA als einflussreichster Dramatiker seiner Zeit angesehen.

25.09. Hans Korte (87): Der Schauspieler stand auf vielen großen Theaterbühnen und führte auch Regie. Außerdem spielte er in Fernsehfilmen und Serien mit, darunter "Der große Bellheim", "Der König von St. Pauli" und "Lutz & Hardy".

28.09. Shimon Peres (93): Israels Ex-Präsident war zwei Mal Regierungschef und mehrmals Minister.

Shimon Peres. SN/APA (AFP)/JACK GUEZ
Shimon Peres.
Den Friedensnobelpreis hatte er 1994 als Außenminister gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat erhalten. Peres, Staatspräsident von 2007 bis 2014, war klar für eine Zwei-Staaten-Lösung in Palästina. Nachruf: Friedensnobelpreisträger gestorben

Oktober

13.10. König Bhumibol Adulyadej (88): Der thailändische König war seit mehr als 70 Jahren im Amt und damit der am längsten amtierende Monarch der Welt. Wie ein Gottkönig verehrt, verbrachte er die letzten Jahre meist im Hospital in Bangkok.

13.10. Dario Fo (90): Der italienische Theaterautor, Regisseur und Schauspieler wurde 1997 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt. Bekannt für seinen Sprachwitz verkörperte Fo auf der Bühne lüsterne Päpste, redegewaltige Trunkenbolde und skurrile Politiker. Themen waren auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden.

21.10. Manfred Krug (79): Zu den bekanntesten Rollen des Schauspielers gehörten der DDR-Film "Spur der Steine", der "Tatort"-Kommissar Stoever sowie die Serie "Liebling Kreuzberg". Krug ging 1977 aus Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann in den Westen.

November

02.11. Oleg Popow (86): Der weltbekannte russische Clown galt als einer der letzten Großen unter den Zirkusartisten. 1955 kam er zum Moskauer Staatszirkus und wurde 1969 mit dem Titel "Volkskünstler der Sowjetunion" geehrt.

Oleg Popow. SN/APA/AFP/dpa/HORST OSSINGER
Oleg Popow.
Er verkörperte in der Manege die Figur des "Iwanuschka", einem Pendant zum deutschen Hans im Glück. Popow lebte zuletzt in Egloffstein in Franken.

11.11. Leonard Cohen (82): Seinen Durchbruch als Sänger und Songschreiber schaffte der Kanadier in den 1960er Jahren in New York.

Leonard Cohen. SN/APA (AFP) Archiv/JOEL SAGET
Leonard Cohen.
Dort lebte er im legendären Chelsea Hotel und lernte Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennen. Songs wie "Hallelujah", "Suzanne" oder "So long Marianne" machten Cohen weltberühmt. Nachruf: Ein Hallelujah für Leonard Cohen

11.11. Ilse Aichinger (95): Die österreichische Schriftstellerin wurde 1948 wurde mit dem Roman "Die größere Hoffnung" bekannt. Die literarische Einzelgängerin schuf Werke von analytischer Schärfe und lyrischer Kraft. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Hörspiele wie "Knöpfe" wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

19.11. Heribert Sasse (71): Der österreichische Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler war unter anderem von 1985 bis 1990 Generalintendant der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins. Neben seiner Theaterarbeit sorgte er seit 2007 in mehreren Wiener "Tatort"-Folgen als Kommissar Weiler für den "Wiener Schmäh".

25.11. Fidel Castro (90): Der kubanische Revolutionsführer und langjährige Staatspräsident regierte den Karibikstaat 47 Jahre autoritär-sozialistisch bis zum krankheitsbedingten Rückzug 2006.

Fidel Castro. SN/APA/AFP/RAFAEL PEREZ
Fidel Castro.
Die Ikone vieler Linken trotzte zehn Präsidenten seines Erzfeindes USA. Verhasst bei politischen Gegnern überlebte der Máximo Lider zahlreiche Attentatsversuche. Nachruf: Guerillero, Staatsmann, Frauenheld

27.11. Peter Hintze (66): Der Vizepräsident des Bundestags organisierte als CDU-Generalsekretär für Bundeskanzler Helmut Kohl die Wahlkämpfe 1994 und 1998. Umstritten war seine "Rote-Socken"-Kampagne gegen eine rot-rote Zusammenarbeit. Der Rheinländer war vor der Politik evangelischer Pfarrer.

Dezember

02.12. Gisela May (92): Die Schauspielerin und Chansonsängerin gehörte mehr als 30 Jahre dem Berliner Ensemble an. Mit ihren Brecht-Weill-Interpretationen feierte sie Erfolge von der New Yorker Carnegie Hall bis zu Mailänder Scala. Berühmt wurde sie auf der Brecht-Bühne als "Mutter Courage", weithin bekannt als "Muddi" in der TV-Serie "Adelheid und ihre Mörder".

07.12. Hildegard Hamm-Brücher (95): Sie war die Grande Dame der Liberalen und von 1976 an Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Beim Sturz von SPD-Kanzler Helmut Schmidt machte sie 1982 nicht mit. Wegen antiisraelischer Äußerungen von FDP-Vize Jürgen Möllemann brach sie 2002 mit ihrer Partei.

07.12. Greg Lake (69): Der britische Sänger und Gitarrist war Mitbegründer der Progressive-Rock-Band Emerson, Lake and Palmer, die in den 1970ern zu den Avantgardisten in der Rockmusik gehörte. Mit Titeln wie "In The Court of The Crimson King" oder "I Believe in Father Christmas" wurde er berühmt.

08.12. John Glenn (95): Der Astronaut war 1962 der erste US-Amerikaner, der in einem Raumschiff die Erde umkreiste. Von 1974 an vertrat der frühere Kampfpilot als demokratischer Senator über 24 Jahre seinen Bundesstaat Ohio im Kongress.

18.12. Zsa Zsa Gabor (99): Die Hollywood-Diva wirkte in vielen Filmen nur mit mäßigem Erfolg. Berühmt wurde die frühere "Miss Ungarn" wegen ihrer zahllosen Affären und vielen Ehen mit reichen Männern wie dem Hotelier Conrad Hilton. Ihr letzter Mann war der adoptierte deutsche Prinz Frederic von Anhalt.

20.12. Michèle Morgan (96): Sie war einer der größten Stars des französischen Schwarzweiß-Kinos. An der Seite berühmter Kollegen wie Jean Gabin, Humphrey Bogart, Yves Montand oder Jean Marais feierte die elegante Schauspielerin mit den ausdrucksvollen Katzenaugen zwischen 1940 und 1960 Erfolge.

24.12. Rick Parfitt (68): Der Gitarrist der britischen Rockband Status Quo galt als der "wilde alte Mann des Rock'n'Roll". Aus seiner Feder stammen einige der bekanntesten Songs der Band wie "Whatever You Want".

25.12. George Michael (53): In seiner mehr als 30-jährigen Karriere verkaufte der britische Pop-Sänger fast 100 Millionen Alben.

George Michael. SN/ap
George Michael.
Unter den vielen Hits im Duo mit Andrew Ridgeley sind Ohrwürmer wie "Last Christmas" und "Wake Me Up Before You Go-Go" aus den 1980er Jahren. Nachruf: Und die Sonne geht doch unter

27.12. Carrie Fisher (60): Als Prinzessin Leia aus der "Star Wars"-Serie hatte sich die damals erst 20-Jährige in die Herzen von Science-Fiction-Fans in aller Welt gespielt.

Carrie Fisher. SN/AP
Carrie Fisher.
2015 kehrte sie in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" in ihrer Paraderolle auf die Leinwand zurück. Nachruf: Die ewige Prinzessin

27.12. Hans Tietmeyer (85): Der Diplom-Volkswirt war der letzte Bundesbank-Chef mit der ganzen Machtfülle der D-Mark - und der erste, der im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sein Gewicht für Deutschland in die Waagschale warf. Vom 1. Oktober 1993 bis 31. August 1999 stand er an der Spitze der Notenbank.

28.12. Debbie Reynolds (84): Nur einen Tag nach dem Tod von US-Schauspielerin Carrie Fisher ist auch ihre Mutter Debbie Reynolds gestorben. Reynolds wurde in the 1950er und 1960ern durch Hollywood-Komödien und Musicals bekannt. Zum Durchbruch verhalf ihr der gefeierten Tänzer und Schauspieler Gene Kelly, der sie 1952 zur Partnerin in dem Musical "Singin' in the Rain" und damit über Nacht zum Star machte. Nachruf: "Sie ist jetzt bei Carrie"

Quelle: SN

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