Kopf des Tages

"Doyen der Wiener Kulturmanager": Franz Häußler wurde 80

Ein "Urgestein der Kulturlandschaft" wird 80: Franz Häußler, ehemals Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien und Präsident des Wiener Bühnenvereins, feierte am 31. Dezember seinen runden Geburtstag.

Franz Häußler mit Kathrin Zechner, der ehemaligen Intendantin der Vereinigten Bühnen Wiens. SN/ap
Franz Häußler mit Kathrin Zechner, der ehemaligen Intendantin der Vereinigten Bühnen Wiens.

Das große Lebensprojekt des Theatermanagers war das Theater an der Wien, mit dem er fast 40 Jahre verbunden war, seit er 1969 zum kaufmännischer Direktor des Hauses berufen worden war.

Geboren 1936 in Wien, wo er auch das Gymnasium besuchte, begann Häußler allerdings 1953 zunächst am Theater der Jugend, dessen Geschäftsführer er 1967 wurde. 1969 folgte dann der Wechsel als kaufmännischer Geschäftsführer an die Theater an der Wien Betriebs-GmbH, die 1988 in die Vereinigte Bühnen Wien (VBW) überging. In die Ära Häußler fielen einerseits die großen Musicalerfolge des Hauses wie "Cats" oder "Elisabeth", aber auch die Mammutaufgabe der Sanierungs- und Revitalisierungsarbeiten am Raimund Theater und dem Ronacher.

Vor seiner Demissionierung 2008, als er das Zepter an den jetzigen Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) übergab, begleitete er noch die mit dem Mozartjahr einsetzende Neustrukturierung der VBW mit der Rückführung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus. Als Konsulent wirkte er überdies an der Generalsanierung des Volkstheaters mit. Schließlich blieb Häußler nicht ausschließlich den VBW verbunden, sondern fungierte von 1988 bis 1994 auch als Präsident des Wiener Bühnenvereins und ab 1991 auch als Lehrbeauftragter für kulturelles Management an der Universität für Musik und Darstellende Kunst.

Und dennoch blieb Franz Häußler eher einer, der hinter den Kulissen wirkte. Die Öffentlichkeit halte "nicht Schritt mit der Wertschätzung, die Franz Häußler in Fachkreisen genießt", zollte Wiens Vizebürgermeister Sepp Rieder (SPÖ) etwa bei der Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold 2007 dem Ausgezeichneten seinen Respekt. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) schloss sich mit dem Ehrentitel "Doyen der Wiener Kulturmanager" diesem Lob an, habe dieser doch eine unschätzbare Gabe: "Wo Franz Häußler seine Finger im Spiel hat, bleibt kein Sitz frei."

Vor allem gegen Ende sowie nach Ablauf seiner Tätigkeit als VBW-General gab es allerdings auch Kritik an Häußlers Führung. Rathausopposition und Kontrollamt bemängelten verschwenderische Prämienzahlungen, eine zu hohe Betriebspension für Häußler, sowie die kostspielige Sanierung des Ronacher, die insbesondere nicht im Verhältnis zur Auslastung der Musicalsparte gestanden sei. Unter dem Nachfolger Drozda wurden dann auch rasch zahlreiche Maßnahmen zur Umstrukturierung und Transparenzsteigerung eingeleitet.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2017 um 03:50 auf https://www.sn.at/kultur/doyen-der-wiener-kulturmanager-franz-haeussler-wurde-80-565027

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