Farpoint (VR)

Im Weltall hört dich niemand schreien

Action mit unfreiwilligem Entspannungsfaktor: Mit Farpoint schlägt Sony ein weiteres Exklusiv-Kapitel von Virtual Reality auf.

Irgendwo im Weltraum: Eine gigantische Energiequelle im Weltall soll die Versorgung der Menschheit sichern. Dummerweise hat die Energiequelle keine Lust darauf und bringt unser Raumschiff inklusive Raumstation kurz vor einem Andockmanöver zum Absturz.

Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Spieler hinter der Virtual-Reality-Brille nicht mehr zu tun als sich umzuschauen und die Aussicht aus dem Cockpit des Raumschiffs zu genießen. Aber diese Erfahrung in den ersten fünf Minuten von Farpoint ist das intensivste VR-Erlebnis seit Langem. Der Augenblick, wenn die Raumstation durch die Druckwelle zerstört wird und gigantische Teile auf unser Raumschiff zurasen, ist wirklich sehenswert.

Nächste Szene: Kurz vor dem Absturz auf einem naheliegenden Planeten wird der Spieler mit einer Rettungskapsel aus dem Raumschiff geschossen und landet unsanft auf dem Boden. Scheinbar unbewohnt, birgt der Planet aber Gefahren, die uns zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt sind ...

Speziell für Farpoint hat Sony einen eigenen Waffencontroller entworfen, mit dem der Spieler sich auf der Planetenoberfläche sowohl bewegen als auch direkt zielen und schießen kann. Die Bewegungsmöglichkeiten im VR-Raum sind so erstmals nahezu unbegrenzt. Mit dem Joystick kann man sich vorwärts und seitswärts bewegen, durch Schwenken des Gewehres in der Bewegung sind ebenfalls Richtungswechsel möglich. Nichts desto trotz kann der Planet nicht einfach auf eigene Faust erkundet werden. Abgründe abseits des vorgeschriebenen Weges lassen nur eine Richtung zu - immer vorwärts.

Am intensivsten ist das VR-Gefühl in Farpoint, wenn es stehend gespielt wird. Um unfreiwillige Bekanntschaft mit Mobiliar oder Mauer zu vermeiden zeigt die Anzeige beim Verlassen des "sicheren" Bereichs neben der Lage der Kamera auch ein dreidimensionales Gitterraster an, um wieder in die Ausgangslage zurückzufinden.

Zurück zum Planeten: Auf den nervenaufreibenden Beginn des Spiels folgt eine karge Landschaft, die mehr Entspannung denn Action bietet. Dreidimensionale Nachrichten von zwei verschollenen Wissenschaftern sind anfangs die einzigen Abwechslungen auf unserem Streifzug über den rot-orangen Planeten.

Abgesehen natürlich von spinnenartigen Wesen, die von Level zu Level größer werden und dementsprechend mehr Schüsse einstecken können. Interessant ist, dass diese Viecher zwar unnatürlich ausgeprägte Kiefer und Reißzähne besitzen - es aber weit und breit kein Lebewesen gibt, dass den gefühlt tausenden Monstern als Beute dienen könnte.

Welle um Welle werden wir anfangs mit diesen Gegnern konfrontiert und so dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis in Farpoint die Geschichte endlich weitergetrieben wird. Dieses System setzt sich leider fort - und genau das ist neben der ansonsten perfekten Inzenierung der Schwachpunkt. Auf kurze Actionszenen folgen ermüdende Strecken ohne Abwechslung.

Nichts desto trotz hebt Farpoint Virtual-Reality-Spiele auf ein neues Level. Es ebnet auch den Weg für weitere Shooterspiele, von denen einige Entwickler schon die Unterstützung des Aim-Controllers zugesichert haben. Übrigens: Farpoint ist auch mit dem normalen Controller sehr gut spielbar - falls jemand auf den Spezialcontroller verzichten kann ...

Farpoint
Entwickler: Impulse Gear
Vertrieb: Sony Interactive Entertainment
PEGI: 16

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Aufgerufen am 15.08.2018 um 04:57 auf https://www.sn.at/kultur/film-tv/farpoint-hebt-virtual-reality-auf-ein-neues-level-12409438

homo ludens - die spielerische Seite der SN

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