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Godzilla: Jetzt noch größer, lauter, schuppiger

Eines der langlebigsten Monster aus der Kinotrickkiste ist zurück: Godzilla bekommt neue Gegenspieler.

Wäre es nicht schön, wenn alles Schreckliche, Beunruhigende eine einfache Erklärung hätte? Wenn es einen klaren Verursacher gäbe, den es nur zu kontrollieren gilt? "Godzilla", Gareth Edwards' Neuverfilmung des sechzig Jahre alten japanischen Kinomonsterabenteuers, unternimmt diesen Versuch: Tsunamis, Erdbeben, atomare Zwischenfälle, alles, was Japan bedroht, hängt da mit urtümlichen Kreaturen zusammen, die nur besiegt werden müssen.

Am Freitag kommt "Godzilla" ins Kino und die Aufregung ist groß. Immerhin umfasst das Franchise eine ganze Welt: Die 28 japanischen Filme werden von Fans nach ihrer Entstehungszeit und stilistisch in Epochen eingeteilt. Der letzte US-Versuch einer Verfilmung, Roland Emmerichs "Godzilla" von 1998, gilt als kläglich gescheitert. Für die US-Neuauflage hat nun Gareth Edwards ein Darstellerduo engagiert, das Erfolg garantieren sollte: Bryan Cranston und Aaron Taylor-Johnson können nach dem sagenhaften TV-Erfolg von "Breaking Bad" kaum etwas falsch machen.Cranston, Binoche und die 90erDie Geschichte beginnt in den 90er-Jahren. Ingenieur Joe Brody (Bryan Cranston) versucht mit seiner Frau und Kollegin Sandra (Juliette Binoche), während eines Erdbebens einen Unfall in einem japanischen Atomkraftwerk zu verhindern. Sandra stirbt, für Joe und seinen Sohn bricht eine Welt zusammen. 15 Jahre später ist das Gebiet um das damals zerstörte Kraftwerk immer noch Sperrzone, Joe musste seine Aufzeichnungen zurücklassen und hat bis heute das Gefühl, etwas übersehen zu haben. War es wirklich ein Erdbeben? Wäre die Katastrophe zu verhindern gewesen? Inzwischen ist sein Sohn Ford (Taylor-Johnson) ein Navy-Leutnant, gerade erst zurückgekehrt von einem Einsatz bei einem Entschärfungskommando. Doch dann kommt der Anruf: Joe wurde festgenommen in Tokio, er habe sich Zutritt zum Sperrgebiet zu verschaffen versucht. Ford fliegt nach Japan. Und dort wird er Zeuge einer Katastrophe, die mit dem angeblichen Unfall vor 15 Jahren in direktem Zusammenhang steht: Anstelle des einstigen Atomkraftwerks ist in einem gigantischen Ei eine urtümliche Kreatur herangewachsen, die auszubrechen droht.Schauspieler als Nebenfiguren"Godzilla" vereint den König der Monster mit einem seiner größten Widersacher, "Muto" - und das ist das Einzige, was zählt. Die Schauspieler sind lediglich Nebenfiguren. Sowohl Cranston, der die Hauptrolle sehr früh an den vergleichsweise hölzernen Taylor-Johnson abgibt, als auch Elizabeth Olsen (als dessen junge Frau) sowie der japanische Superstar Ken Watanabe als Wissenschafter und Sally Hawkins als seine Assistentin.

Das ändert aber nichts daran, dass die Monster und ihre Kämpfe herrlich sind: Godzilla und Muto sind nicht rein im Computer entstanden, sondern von Schauspielern per Motion Capture dargestellt, eine glaubwürdige Weiterführung der einstigen Tradition in B-Movies, als Männer in Gummimonsteranzügen durch Stadtmodelle aus Pappendeckeln trampelten und das Publikum der Täuschung begeistert Glauben schenkte.

Film: Godzilla. Fantasy, USA, 2014
Regie: Gareth Edwards. Mit: Bryan Cranston, Aaron Taylor-Johnson, Juliette Binoche u. a. Start: 16.5


(SN)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 06:35 auf https://www.sn.at/kultur/film-tv/godzilla-jetzt-noch-groesser-lauter-schuppiger-3572449

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