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Ziemlich beste Freunde

Gleich und gleich verstellt sich gern: Das Kommunikationsspiel "Good Friends" bringt ans Licht, was andere im Geheimen über einen denken. Nur: Will man das überhaupt?

Ziemlich beste Freunde SN


"Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten", wusste schon die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Gute Freunde regen bestimmte Regionen des Gehirns an, und sie können sogar unser Leben verlängern, wie zahlreiche Studien ergeben haben.

Über 900 Millionen Menschen sind bei Facebook angemeldet. Eine nicht unbeachtliche Schar von mehreren Millionen davon zählt alleine US-Präsident Barack Obama zu seinen Netzwerk-Freunden, auch die Pop-Diva Lady Gaga erreicht über Facebook und Twitter rund 50 Millionen Fans. Sogar im Profil nicht prominenter Facebook-Nutzer versammeln sich mehrere Hunderte. Doch wirklich gute Freunde, wie sie Ebner-Eschenbach meinte, bilden wohl eher die Ausnahme.

Es ist Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen - beim Gesellschaftsspiel "Good Friends" kann man jetzt spielerisch herausfinden, was unsere besten Amigos über uns wirklich denken, ob sie uns so gut kennen, wie wir glauben, und vor allem was wir selber als Freunde taugen. Bei "Good Friends" wird kein Blatt vor den Mund genommen, sondern Tacheles gesprochen, mit Fragen wie: "Wer kann nicht warten und will alles jetzt und sofort haben?" Oder noch direkter: "Wer eignet sich als Diktator?", "Mit wem assoziierst du am ehesten "kleiner Feigling""? und "Mit wem würdest du am ehesten das Badewasser teilen"?

Angesichts solch schonungsloser Fragen, es sind immerhin 114 an der Zahl, braucht es schon ein wenig Mut und eine selbstkritische Beurteilung zum Spielen von "Good Friends" und womöglich entpuppt sich am Ende manch langgedienter Gefährte tatsächlich als oberflächliche Netz-Bekanntschaft. Um das herauszufinden muss derjenige Spieler, der gerade an der Reihe ist, mit farblichen Einschätzungskarten versuchen zu erahnen, wie ihn die anderen sehen - kein leichtes. Die übrigen Spieler wiederum werfen ihre Abstimmungskarten verdeckt in einen Karton, sodass zumindest gewisse Anonymität gewährleistet ist. Manch einer könnte sich ja von allzu ehrlichen Antworten auf den Schlips getreten fühlen.

Hat jeder am Tisch eine Bewertung abgegeben, so wird das Geheimnis gelüftet und die Einschätzungskarten werden ausgewertet, wobei es für die richtige Beurteilung der eigenen Person Punkte gibt. Nach zwölf Runden steht fest, wer die meisten Einschätzungspunkte gesammelt und somit gewonnen hat.

Es darf bezweifelt werden, dass sich die Menschenkenntnis durchs Spielen signifikant steigert, aber unterhaltsam, besonders an lauen Sommerabenden auf der Terrasse, ist "Good Friends" allemal.

Spielinhalt

6 Farbbuttons

18 Einschätzungskarten

204 Stimmkarten

114 Fragekarten

1 Kartonabdeckung mit Einwurfschlitz

1 Spielregel

Infos

Hersteller: Piatnik

Spieler: 3 bis 6

Alter: ab 15 Jahren

Spieldauer: ca. 40 Minuten

Preis: ca. 29,99 Euro

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.09.2018 um 09:14 auf https://www.sn.at/kultur/film-tv/ziemlich-beste-freunde-5967211

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