Kultur

Filmmuseums-Mitgründer Peter Konlechner 80-jährig verstorben

Er war neben Peter Kubelka der zweite "Vater" des Österreichischen Filmmuseums, der die Kinoinstitution 1964 mit seinem Kompagnon mitgründete und bis Ende 2001 leitete: Peter Konlechner. Zugleich blieb der gebürtige Wiener im Vergleich zum Filmemacher Kubelka immer ein wenig im Hintergrund und arbeitete hinter den Kulissen. In der Nacht auf Sonntag ist Konlechner nun 80-jährig in Wien verstorben.

Ohne ihn sähe die Aufarbeitung der heimischen Filmgeschichte anders aus. Bereits während seines Studiums der Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Wien gründete der am 23. Oktober 1936 geborene Konlecher 1961 den Studenten-Filmclub "Cinestudio" sowie das Filmreferat der Österreichischen Hochschülerschaft. Auch begann er sich als Filmkritiker in Zeitungen wie "Neues Österreich" und "Film" zu engagieren und Veranstaltungen wie die Internationale Kurzfilmwoche (1962) zu organisieren.

Bei letzterer lernte der Filmenthusiast den aufstrebenden Filmemacher Peter Kubelka kennen und schätzen. Und so entschlossen sich die beiden 1964 zu dem aufsehenerregenden Schritt, das Filmmuseum als heimische Kinemathek zu gründen, die sich schnell im Kreis der internationalen Institutionen etablierte. Bis 2001 leiteten Konlechner und Kubelka gemeinsam das Filmmuseum, bevor am 1. Jänner 2002 Alexander Horwath von den beiden Gründungsdirektoren übernahm.

Bis dahin zeichnete Konlecher für viele Retrospektiven und Publikationen des Hauses verantwortlich und setzte technische Standards der Katalogisierung und Archivierung im Haus, das sich im Komplex der Albertina befindet. Zugleich wurde der Filmfanatiker auch auf internationaler Ebene mit Funktionen in der Federation Internationale des Archives du Film (FIAF) aktiv.

Konlechners Einsatz für den Film reichte allerdings auch über das Filmmuseum hinaus. Nicht nur gestaltete er auch für die Viennale und die Wiener Festwochen Retrospektiven, sondern fungierte auch von 1969 bis 1985 als Konsulent der Filmabteilung des ORF, saß zwischen 1973 und 1977 in der Filmförderungskommission des Ministeriums und war 1980 Jurymitglied für die Vergabe des Großen österreichischen Staatspreises für Filmkunst. Auch gab Konlechner ab 1988 als Lektor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie als internationaler Vortragender an die jüngere Generation weiter.

Dieses Leben für den Film blieb nicht ungewürdigt. So trug Konlecher seit 1990 den französischen Ehrentitel des Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres und seit 2002 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien sowie den Berufstitel "Professor".

Das Team des Filmmuseums verneigte sich am Montag in einer Aussendung "in großer Dankbarkeit und Hochachtung vor seinem Gründer". Und auch Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) ehrte den Verstorbenen zum Abschied: "Peter Konlechner war ein rarer Pionier. Früh erkannte er, dass für die wissenschaftliche Aufarbeitung des Genres Films eine umfangreiche Archivierung dringend notwendig ist." Dafür schulde man ihm großen Dank: "Wir sind heute die Profiteure seiner Weitsicht, Unbeirrbarkeit und Verbundenheit."

Quelle: APA

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