Kino

92. Oscars: Die Glamourgala hat begonnen

Der Wettergott war den Filmsternen nicht gnädig: Dank Überdachung des traditionellen Defilees auf dem roten Teppich konnten die Stars des Abends aber dennoch trockenen Fußes das Dolby Theatre von Hollywood erreichen, wo die 92. Oscar-Gala 2.00 Uhr MEZ begann. Musikerin Billie Eilish hatte dafür zum weißen Chanel-Mantel gegriffen, Sigourney Weaver zur dunkelgrünen Abendrobe.

Joaquin Phoenix, nominiert als Bester Hauptdarsteller in "Joker" SN/APA (AFP)/VALERIE MACON
Joaquin Phoenix, nominiert als Bester Hauptdarsteller in "Joker"

Hollywoods Regie-Enfant-Terrible, Spike Lee, zollte dem jüngst bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommenen Basketballstar Kobe Bryant seinen Respekt, indem er dessen Trikotnummer "24" in Gold auf seinem Frack trug. Julia Butters, die zehnjährige Darstellerin aus Tarantinos "Once Upon A Time... In Hollywood", hatte sich indes für Pink als Farbe des Abends entschieden.

Ein Aufmarsch der Stars dominierte nun auch die eigentliche Oscar-Gala, zumal bei der 92. Ausgabe des Preises nun bereits zum zweiten Mal in Folge auf einen klassischen Gastgeber verzichtet wird. Stattdessen sollen viele Prominente als Präsentatoren bei der Bühnenshow für Glamour sorgen, darunter etwa Jane Fonda, Tom Hanks, Natalie Portman oder Rami Malek.

Prominent besetzt ist dabei auch das Favoritenquartett für die Goldmänner in den 24 Kategorien des Abends. Einsam an der Spitze des Feldes steht Todd Phillips' "Joker" mit 11 Nennungen, wobei unter anderem Joaquin Phoenix in der Sparte der Hauptdarsteller als sichere Bank gilt. Ihm den Goldregen streitig machen wollen Martin Scorseses Mafiaepos "The Irishman", Sam Mendes' Weltkriegsfilm "1917" und Quentin Tarantinos Traumfabrikhommage "Once Upon A Time... In Hollywood" mit je 10 Siegchancen.

Mit der heurigen Auswahl befeuerten die Academy-Mitglieder auch wieder die Debatte um die Dominanz alter, weißer Männer - ist doch keine Frau in der Regiekategorie nominiert und mit Britin Cynthia Erivo für ihre Interpretation einer Anti-Sklaverei-Kämpferin in "Harriet" lediglich eine dunkelhäutige Darstellerin unter den 20 nominierten Schauspielern. Der einzige kleine "Störfaktor" im Reigen der mehrheitlich weißen und mehrheitlich historischen Stoffe ist die Sozialsatire "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho, die auf insgesamt 6 Nominierungen kommt.

Bei den Darstellerinnen gilt indes Renee Zellweger für ihre Verkörperung von Hollywoodlegende Judy Garland im Biopic "Judy" als klare Favoritin, während bei den Nebendarstellerinnen Laura Dern ("Marriage Story") von den Wettbüros vorne gesehen wird. Und schließlich gehen die Beobachter fix davon aus, dass Brad Pitt mit seiner Nominierung als Stuntman in Tarantinos "Once Upon A Time... In Hollywood" nun erstmals einen Goldbuben mit nach Hause nehmen darf.

Wer sich in jedem Falle jetzt schon als Gewinner fühlen darf, ist der Streaminggigant Netflix. Mit insgesamt 24 Nominierungen ließ das Unternehmen jedes der klassischen Hollywoodstudios hinter sich. So sind "The Irishman" und "Marriage Story" unter anderem in der Topkategorie des Besten Films mit dabei. Eine der spannenden Fragen des wieder auf rund dreieinhalb Stunden angesetzten Abends wird also auch der Sieg im Duell Streaming vs. Hollywoodstudios sein.

Der Liveblog zur Oscarverleihung

Quelle: APA

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