Kino

Bachmann-Filmbiografie heuer im Berlinale-Wettbewerb

Das heimische Filmschaffen wird bei der am 16. Februar startenden 73. Berlinale durchaus stark vertreten sein. Wie im Vorjahr werden 18 Arbeiten im Wettbewerb um einen der Bären kämpfen, wie bei der Präsentation am Montag enthüllt wurde. Margarethe von Trottas Filmbiografie "Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste", in der Starschauspielerin Vicky Krieps die Kärntner Autorin verkörpert, ist hier als österreichische Koproduktion mit im Rennen.

Trotta-Film hat in Berlin Premiere: Vicky Krieps als Ingeborg Bachmann, Ronald Zehrfeld als Max Frisch SN/APA/AMOUR FOU / polyfilm
Trotta-Film hat in Berlin Premiere: Vicky Krieps als Ingeborg Bachmann, Ronald Zehrfeld als Max Frisch

Insgesamt führten bei sechs der 18 Produktionen Frauen Regie, wobei sich die Genrevielfalt der Arbeiten von Komödien über Anime bis hin zu Dokumentationen erstreckt. Neben Trottas Arbeit gehören zu den Wettbewerbsfilmen etwa der Animationsfilm "Suzume" des japanischen Regisseurs Makoto Shinkai oder Christian Petzolds "Roter Himmel", für den neben Shootingstar Paula Beer auch der Wiener Thomas Schubert ("Atmen") vor der Kamera stand. Ebenfalls im Rennen ist "Manodrome" von John Trengove mit den Hollywoodstars Jesse Eisenberg und Adrien Brody. Vielarbeiter Franz Rogowski indes ist in Giacomo Abbruzzeses "Disco Boy" zu erleben.

Allgemein scheine die Zeit poetischer Werke einstweilen eher vorüber, konstatierte Berlinale-Leiter Carlo Chatrian bei der Programmvorstellung in Berlin: "Wir hatten bei der heurigen Filmauswahl den Eindruck, dass die Realität zurück ist." Zugleich sei der poetische Zugang ein Weg, auf eine Welt in der Krise zu blicken. So will man heuer einen speziellen Fokus auf Filmschaffende aus den Krisengebieten Iran und Ukraine legen. Unter anderem ist in einer Berlinale Special Gala der in der Ukraine gedrehte Dokumentarfilm "Superpower" von Sean Penn und Aaron Kaufman über Präsident Wolodymyr Selenskyj zu sehen. Auch der Berlinale-Anstecker ist heuer in den Nationalfarben der Ukraine gehalten. Insgesamt zeigt man heuer in Berlin 283 Filme aus 67 Ländern - nach 256 Produktionen im Vorjahr.

Entschieden über die Bären wird wieder von der Jury unter ihrer heurigen Präsidentin, der Hollywoodschauspielerin Kristen Stewart. Bereits fest steht dabei, dass Regielegende Steven Spielberg den Goldenen Ehrenbären der Berlinale für sein Lebenswerk bekommt. Ebenfalls bereits seit längerem fest stehen die heurigen zehn "Shootingstars", zwei Jungschauspieler und acht Jungschauspielerinnen, auf die beim Festival ein besonderer Fokus geworfen wird - darunter etwa Leonie Benesch aus Deutschland oder die Schweizerin Kayije Kagame.

Die Pandemiebeschränkungen, die es beim Festival 2022 noch gab, fallen heuer weg. "Wir sind wieder voll dabei", so Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Dafür erlegen die inflationsbedingten Mehrkosten den Festspielen manche Einschränkung auf. So soll zum Beispiel die Eröffnungsparty nicht mehr extern stattfinden. Und auch die Kinokarten werden etwas teurer.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Die nächste Ausgabe soll vom 16. bis 26. Februar wieder ohne Pandemiebeschränkungen stattfinden. Zum Eröffnungsfilm wurde die US-Komödie "She Came to Me" mit den Hollywoodstars Peter Dinklage und Anne Hathaway von Regisseurin Rebecca Miller gekürt, die außer Konkurrenz gezeigt wird. Im Vorjahr wurde das spanische Drama "Alcarràs" von Carla Simón mit dem Goldenen Bären als bester Film prämiert.

(S E R V I C E - 73. Berlinale von 16. bis 26. Februar, www.berlinale.de)

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