Kino

Blitz und Donner für die Gerechtigkeit

Für 80 Jahre auf dem Buckel sieht der Batman-Mythos noch sehr munter aus. Das ist auch zahlreichen Frischzellenkuren in Film und auf Papier zu verdanken - von Comiczeichner Frank Miller bis zu Filmregisseur Christopher Nolan.

Batman (Christian Bale), maskierter Verfechter des Guten und Gerechten, im Dienst. SN/4713/eyedea/picturedesk.com
Batman (Christian Bale), maskierter Verfechter des Guten und Gerechten, im Dienst.

Helden leben von ihrem Ruhm. Der Fledermausmann, dessen charakteristische Silhouette alle anderen vergleichbaren Comicschöpfungen aussticht und zu einer Marke geworden ist, zählt nicht zu den üblichen Superhelden wie etwa Superman oder Spiderman, die mit (erworbenen) übernatürlichen Kräften auftrumpfen. Er ist geheimnisvoller als diese und trägt eine Maske, die sein Äußeres verstärkt. Und er hat vor allem ein ziviles Alter Ego, den Millionär Bruce Wayne, der es sich zur Aufgabe macht, dem Guten zum Durchbruch zu verhelfen und für Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen.

Batman ("bat" = Fledermaus) erschien erstmals am 30. März 1939 in einem DC-Comic-Heft - als unmittelbare Reaktion auf den großen Erfolg von Superman. Tatsächlich erinnerte sich der Comiczeichner Bob Kane (1915-1998), der den Auftrag erhalten hatte, für das Magazin "Detective Comics" eine ähnliche Figur zu kreieren: "Ich nahm die Silhouette des Superman und legte Pausenpapier darüber. " Die Flügel wurden als augenscheinlichster Unterschied zum Vorbild ergänzt, dazu kam eine schwarze Maske - allerdings trug Kanes Batman zunächst eine rote Hose (!). Dem Miterfinder Bill Finger ist es zu verdanken, dass Batman einer Fledermaus gemäß ganz schwarz wurde und gepanzerte Handschuhe trug. Schon ein Jahr später erhielt Batman angesichts des großen Erfolgs - wie Superman - sein eigenes Heft und schaffte es im Jahr 1943 sogar zum Zeitungsstrip.

Ein Bruch in der Erzählstruktur Batmans entsteht 1987, als Frank Miller mit "Die Rückkehr des dunklen Ritters" ein neues Kapitel aufschlägt. Die Atmosphäre wird wieder düsterer, die Handlungen gewalttätiger. Miller: "Ich wollte Batman etwas von seiner mystischen Macht zurückgeben."

Auch Film und Fernsehen ließen nicht auf sich warten. Schon ab 1943 kamen mehrere Zusammenschnitte von halbstündigen Fernsehepisoden ins Kino, die beträchtliches Aufsehen erregten. In den 1960er-Jahren wurde Batman zur Hauptfigur einer populären TV-Serie mit Adam West in der Titelrolle.  Jack Nicholsons Mitwirkung als Bösewicht Joker führte 1989 in Tim Burtons Kinofilm "Batman" zu einem neuen Impuls (mit dem legendären Soundtrack von Prince), ein Boom, der bis in die Gegenwart in wiederkehrenden Wellen als immer neue mediale Events anhält. Danny DeVitos Schuft Pinguin sowie Michelle Pfeiffers Auftritt als Catwoman in "Batmans Rückkehr" (1991, ebenfalls unter Tim Burtons Regie) sorgten für Schlagzeilen. Schließlich wurden George Clooney und Arnold Schwarzenegger Gegenspieler 1997 in "Batman & Robin" .

Besonders markant war das Reboot des britischen Regisseurs Christopher Nolan, der mit einer Trilogie an düsterste "Batman"-Urzeiten erinnerte und viele neue Freunde gewinnen konnte. Die Trilogie "Batman Begins" (2005), "Dark Knight" (2008) und "The Dark Knight Rises" (2012) jeweils mit Christian Bale in der Titelrolle gilt als Krönung der "Batman"-Kinofilmgeschichte. Denn Batman ist von allen Superhelden "derjenige, dessen Mythologie die drängendsten, auch die gefährlichsten Fragen an die Gegenwart stellt", wie die "Süddeutsche Zeitung" zu diesem Anlass festhielt.

Nolan feiert das 80. Jubiläum von Batman mit einem Neustart seines Batman-Zyklus in IMAX-Kinos. Das Jubiläum wird aber auch anderwärtig gehörig gefeiert. Mit "Detective Comics #1000" und "Detective Comics: 80 Years of Batman" erscheinen zwei Jubiläumsbücher. Unter dem Motto "Long Live the Bat" (Lang lebe die Fledermaus) sind weltweit Veranstaltungen bis zum "Batman Day" am 21. September geplant. Dann soll unter anderem das leuchtende Bat-Signet in Form des berühmten Fledermaussymbols in vielen Städten erstrahlen.

"Batman" läuft demnächst auch im Fernsehen (Auswahl):
31. 3.: Batman v. Superman: Dawn of Justice, 20.15 Uhr, ORF eins;
31. 3.: Batman Begins, 23.20 Uhr, Pro7.

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