Kino

Crossing Europe startet mit "Systemsprenger"

Mit fünf Filmen, mehrheitlich Österreich-Premieren, wird das Linzer Filmfestival Crossing Europe am Donnerstag eröffnet. Highlight ist der Berlinale-Preisträger "Systemsprenger", der erst im September in die heimischen Kinos kommt. Weiters zu sehen: die Preview einer Doku über Elfie Semotan, ein dystopischer Thriller aus Dänemark sowie mit "Petra" und "Bota" zwei Geschichten starker Frauen.

Silberner Bär für Nora Fingscheidt SN/APA (Archiv/dpa)/Christoph Soede
Silberner Bär für Nora Fingscheidt

Im Zentrum des Films "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt steht die neunjährige Bennie (Helena Zengel), die Regeln weder akzeptieren kann noch will. Vielmehr will sie zurück zu ihrer Mutter, die von ihrer Lebenssituation völlig überfordert ist. Immer wenn Bennie in ein neues Heim oder zu neuen Bezugsmenschen gesteckt wird, erfolgt ein neuer Ausbruch. Erzieher, Betreuer und Amtsvertreter wissen nicht mehr weiter. Das für Fälle wie Bennie vorgesehene "System" versagt. Bei Nora Fingscheidt ist niemand nur gut oder böse, es werden keine Schuldzuweisungen erteilt. Der Film wurde bei der diesjährigen Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

"Elfie Semotan, Photographer" ist eine erst knapp vor dem Festival fertiggestellte Hommage an die österreichische Fotokünstlerin. Regisseur Joerg Burger blickt ihr beim Fotografieren, beim Aussuchen von Bildern für Ausstellungen oder beim Gespräch mit Model Cordula Reyer über die Schulter. Der Eröffnungsstreifen in der Programmsektion Local Artists beschränkt sich auf reine Beobachtung und verzichtet auf Erklärungen, Hintergrundinformationen oder einen eigenen Fokus - ein Film für eingefleischte Fans der Fotografin und ihrer Bilder.

Die Österreich-Premiere "Sons of Denmark" von Ulaa Salim eröffnet die Nachtsicht-Schiene des Festivals. Der dystopische Thriller, der beim heurigen International Film Festival Rotterdam zum ersten Mal gezeigt wurde, zeichnet das Bild einer Zukunft, in der Dänemark von Nationalismus und Rassismus beherrscht wird. In diesem Klima radikalisiert sich der 19-jährige Zakaria immer mehr und lässt sich schließlich für eine Terror-Mission rekrutieren.

Das Melodram "Petra" - ein Film des diesjährigen Tribute-Gastes Jaime Rosales - handelt von einer Frau, die sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater macht und ihn auch findet. Und mit ihm dessen Frau, dessen Sohn und jede Menge dunkler Familiengeheimnisse. Der beim Cannes Film Festival 2018 uraufgeführte Streifen ist einer der sechs Langspielfilme des katalanischen Regisseurs. Rosales wird sie alle im Rahmen des Festivals zeigen und zudem eine Masterclass im Kulturquartier abhalten.

Ebenfalls mit einem Frauenschicksal befasst sich der Spotlight-Opener "Bota" von Iris Elezi und Thomas Logoreci. Erzählt wird die Geschichte zweier in der Einschicht lebender Schwestern, die im postkommunistischen Albanien ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Crossing Europe widmet Elezi das diesjährige Spotlight. "Bota" ist der erste Langspielfilm der albanischen Filmemacherin, der bereits 2015 bei Crossing Europe zu sehen war.

Quelle: APA

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