Kino

Diagonale 2018 öffnet mit Schauspielpreis an Ingrid Burkhard

Mit Christian Froschs Gerichtsfilm "Murer - Anatomie eines Prozesses" ist am Dienstagabend in Graz die Diagonale eröffnet worden. Ingrid Burkhard wurde mit dem Großen Diagonale Schauspielpreis in Form einer Skulptur von Toni Schmale ausgezeichnet. Die Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber erhofften sich von der Politik "Meinungspluralismus wider den widerwärtigen Opportunismus".

"Sie ist hier, um Geschichten zu erzählen" SN/APA/ERWIN SCHERIAU
"Sie ist hier, um Geschichten zu erzählen"

Ingrid Burkhard bekam eine Art lila Schultüte in Übergröße überreicht, vergleichbar einem riesigen Papierstanitzel. Die Journalistin Ute Baumhackl und der Schauspieler Wolfram Berger hielten die Laudatio. Dass Burkhard den Preis bekomme, "braucht eigentlich keine Begründung", hieß es. Sie agiere immer "ganzheitlich, ohne großes Aufsehen". Berger meinte, es sei immer "eine Erleichterung, eine Freude, manchmal eine Bedrohung, sie als Kollegin zu haben." Auf den Punkt gebracht, sei Ingrid Burkhard immer da gewesen, "um Geschichten zu erzählen."

Die solcherart Geehrte war sichtlich erfreut über den Preis: "Ich bin immer ein bissl verlegen, wenn zu sehr in den Lobtopf gegriffen wird. Heute Abend darf ich ein bisserl davon schlecken", meinte sie. "Einen Preis für Arbeit, die man geleistet hat, den kann man schon nehmen", erklärte sie in ihrer unsentimentalen Art. Ihre Arbeit habe sie immer gern gemacht, und "das Spannendste war, den Figuren nachzuspüren." Die vergangenen Wochen - rund um die Gedenkveranstaltungen zum März 1938 - hätten sie sehr aufgeregt, sei sie doch "eine Zeitzeugin", so Burkhard.

Die beiden Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber erinnerten in ihrer gemeinsamen Rede an den "sogenannten Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland" und verwiesen auf den Eröffnungsfilm "Murer - Anatomie eines Prozesses", der im "postnazistischen Graz 1963" spielt. Sie forderten dazu auf, "in der Politik zur Politik zurückkehren. Als Auseinandersetzung mit Argumenten, im respektvollen Streitgespräch, durch Meinungspluralismus wider den widerwärtigen Opportunismus." In Bezug auf den Eröffnungsfilm verwehrten sich die Intendanten dagegen, "den Film auf plumpe tagespolitische Analogien zu reduzieren."

Genau dazu fühlte sich aber offenbar Schauspielerin Julia Gräfner berufen, die sich als Moderatorin des Abends schon in ihrer Begrüßung etwas im Ton vergriff und flapsige Bemerkungen in Richtung Grazer Stadtpolitik loswerden musste. Der pointierten und gehaltvollen Rede der Intendanten, der großartigen Preisträgerin und dem packenden Eröffnungsfilm hätte man eine etwas intelligentere Moderation gewünscht.

(APA)

Aufgerufen am 21.06.2018 um 01:02 auf https://www.sn.at/kultur/kino/diagonale-2018-oeffnet-mit-schauspielpreis-an-ingrid-burkhard-25378534

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