Kino

Fördern, drehen, zeigen - die Salzburger Filmszene boomt

Alle von Stadt und Land Salzburg geförderten Projekte sind neuerdings in der salzburg:film:edition als Video on Demand abzurufen.

Salzburgs Filmaushängeschild: Regisseur Adrian Goiginger beim Dreh zu „Die beste aller Welten“. SN/obs/swr/kluge
Salzburgs Filmaushängeschild: Regisseur Adrian Goiginger beim Dreh zu „Die beste aller Welten“.

Alle in Salzburg geförderten Filme sollen auf einer Plattform abzurufen sein. Alle?! Noch sind nicht alle da. Adrian Goigingers "Die beste aller Welten" fehlt zum Beispiel noch in der salzburg:film:edition. Goigingers Film fehlt nicht aus Nachlässigkeit. Er fehlt wegen des Erfolges. Noch ist der Platz für diesen Film ausschließlich die Kinoleinwand. Das Fehlen verweist gleichzeitig auf den Boom, den Salzburg als Filmstandort erlebt. Anschaulich wird das auch durch die Edition, deren neueste Ausgabe nicht mehr als DVD, sondern im Netz erscheint.

2011 war in Kooperation der Kulturabteilung von Stadt und Land mit der salzburg:film:edition, einer österreichweit einzigartigen Aktion, begonnen worden. Zusammengefasst wurden alle Filme, die öffentliche Förderungen bekamen.

Bisher erschienen die Filme auf sechs Sammel-DVDs. Da die technischen Möglichkeiten im Film- und Medienbereich sich rasant verändern, gibt es die Filme nun leicht zugänglich im Netz. Die Filme sind als Video on Demand auf der Plattform www.salzburg-filmedition.at abrufbar. Aufbereitet wird die Website vom freien Fernsehsender FS1.

"Die Edition ist eine perfekte Plattform, um die Werk zu promoten", sagt Regisseur Lukas Valenta Rinner. Gleichzeitig hält er es auch für gut, dass "über die Plattform sichtbar wird, wie und was die Fördergeber in Salzburg leisten". Bisher sind 122 Filme in der Edition veröffentlicht worden.

"Wir haben davon schon einige Filme auf die neue Plattform eingespielt", sagt Markus Weisheitinger-Herrmann von der FS1-Geschäftsführung. "Der Rest soll so schnell wie möglich folgen." Damit ein umfassendes Archiv entstehen könne, sei man allerdings auch auf die Mitarbeit der Filmschaffenden angewiesen. Man könne unter anderem wegen des Datenschutzes und aus verwertungsrechtlichen Gründen die Filme früherer Jahrgänge nicht einfach von den DVDs einspielen, sagt Weisheitinger-Herrmann.

Das Budget der Stadt Salzburg für Förderungen im Film- und Medienbereich liegt bei 500.000 Euro. In die freie Filmförderung liefen davon 140.000 Euro. Das Land Salzburg investierte von einem Gesamtbetrag von 460.000 Euro für Filmprojekte und filmkulturelle Einrichtungen die Hälfte in Filmkunstförderung.

"Nicht allein die Förderung von Produktionen macht Salzburg als Standort für Filmschaffende attraktiv", sagt Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn von den Grünen. "Wir unterstützen auch das Umfeld - wie etwa mit dem Filmkulturzentrum Das Kino oder auch mit der Unterstützung für ein Kino in Radstadt." Die Filmedition sei Teil dieser Bemühungen, "eine Szene sichtbar zu machen, die gerade in letzter Zeit auf Festivals wie der Diagonale oder der Berlinale stark präsent ist". Da habe sich "mit eigentlich recht bescheidenen Mitteln" eine erfolgreiche Filmlandschaft etabliert.

Ganz abgebildet werden kann die Filmproduktion in Salzburg mit der Edition nicht. Kommerzielle unterstützte Filme tauchen nicht auf. "Wir sehen unsere Förderungen vor allem als Starthilfe", sagt Ingrid Tröger-Gordon vom Kulturamt der Stadt. Außerdem ist man bei der Veröffentlichung auf der Editionsplattform auch bei den geförderten Filmen von unterschiedlichen Varianten bei der Verwertungskette der Filme abhängig - denn zuerst kommt immer noch das Kino und dann erst das Internet.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 11:15 auf https://www.sn.at/kultur/kino/foerdern-drehen-zeigen-die-salzburger-filmszene-boomt-26334634

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