Kino

Neues Freiluftkino am Wiener Karlsplatz startet am 28. Juni

Im Vorjahr ging am Wiener Karlsplatz ein letztes Mal das Open-Air-"Kino unter Sternen" über die Bühne, nachdem Kuratorin Judith Wieser-Huber aus finanziellen Gründen den Rückzug angetreten hatte. Das Nachfolgeprojekt ist allerdings bereits gefunden: Am 28. Juni startet das Festival Kaleidoskop in seine erste Ausgabe. Ziel ist ein neues Format für eine moderne, vielgestaltige Stadtgesellschaft.

Betreiber ist das im Herbst gegründete CineCollective von vier Wiener Filmorganisatorinnen. "Kollektive Arbeitsweisen sind uns wichtig. Und da ist der Karlsplatz ein Brennpunkt", umriss Marie-Christine Hartig, die auch Sprecherin des Verbands der Österreichischen Filmfestivals ist: "Kino soll Diskursräume öffnen."

So wird an 22 Abenden zwischen 28. Juni und 19. Juli täglich ab 21 Uhr bei freiem Eintritt ein breites Angebot an Formaten und thematischer Umspielung geboten. Insgesamt 31 Kurz-, Lang- und Dokumentarfilme sind auf der 50 Quadratmeter großen Leinwand zu sehen, vor der man 250 Sitzplätze positioniert. Dabei setzt man auf die thematische Überlappungen der verschiedenen Werke - unter verbindenden Schlagwörtern wie Hitzeflimmern, Wohnräume oder Coming of Age.

Fünf Österreichpremieren finden sich dabei im Programmtableau - darunter am Eröffnungsabend, dem 28. Juni, "Alifu, the Prince/ss" von Wang Yu-Lin aus Taiwan. "Die Sprachvielfalt ist uns sehr wichtig", betonte in diesem Zusammenhang CineCollective-Mitglied Lisa Mai. So laufen alle Filme in Originalversionen mit englischen Untertiteln: "Wir wollen auch Menschen einladen, die noch nicht so lange in Wien sind." Zusätzlich gibt es an vier Abenden unter dem Titel "barriereFREItag" Gebärdensprachenübersetzung und deutsche Untertitel für Gehörlose.

Und dies möchte man nicht nur mit den Filmen als solche bewerkstelligen. Mit der Schiene "Intro" möchte man die Filme jeweils einleiten - von performativen Akten über musikalische Beiträge bis hin zu Quizformaten. "Unser Anspruch ist, ein neues Vermittlungsformat auf den Karlsplatz zu bringen", so Doris Posch vom CineCollective. Auch die Kooperation mit den ortsansässigen Institutionen will man pflegen, wenn man die Ausstellungen des im Umbau befindlichen Wien Museums und der Kunsthalle an speziellen Abenden mit Filmen flankiert und gemeinsame Führung durch die Schauen anbietet.

Und bei aller Freiluftbegeisterung hat man sich gegen drohendes Unbill auf Wetterseite abgesichert: In diesem Falle übersiedelt man ins Stadtkino im Künstlerhaus. Ob es im kommenden Jahr mit Kaleidoskop weitergehe, könne man jetzt noch nicht sagen, da die 100.000 Euro umfassende Budgetzusage durch die Stadt einstweilen nur für heuer gilt. "Es geht jetzt darum, dass wir ein Festival auf die Beine stellen, das zeigt, was möglich ist", zeigte sich die vierte Organisatorin Djamila Grandits aber auch für die kommenden Jahre zuversichtlich.

Quelle: APA

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