Kino

New York würdigt Jessica Hausner mit Retrospektive

"Einer der wenigen zeitgenössischen Filmemacher, die es verdient haben als Kubricks Erbe benannt zu werden." Als solche bezeichnete David Ehrlich vom US-Branchenblatt IndieWire die österreichische Filmemacherin Jessica Hausner. Das Lincoln Center in New York City widmet der Wienerin von 8. bis 10. November nun eine Retrospektive mit dem schmeichelnden Titel: "Jessica Hausner: The Miracle Worker".

Regisseurin und Autorin Jessica Hausner SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Regisseurin und Autorin Jessica Hausner

Seitdem die österreichische Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin 2001 mit ihrem Spielfilmdebüt "Lovely Rita" aufgetaucht ist, hat sie sich schnell als erfinderische Regisseurin in der internationalen Filmlandschaft etabliert, die Genreformeln auf clevere Weise neu konfiguriert. Ob es darum geht, den Thriller im atmosphärischen "Hotel" (2004) neu zu interpretieren, die irdischen Facetten des Übersinnlichen in "Lourdes" (2009) zu erkunden oder den berühmten Selbstmord des Dichters Heinrich von Kleist in "Amour Fou" (2014) neu zu interpretieren.

Ihr neuer, streng komponierter Pflanzen-Horrorthriller "Little Joe", der heuer in Cannes Weltpremiere feierte und ab 1. November in den heimischen Kinos zu sehen ist, spielt mit Genre-Elementen aus Science-Fiction, Fantasy und Mystery. Anlässlich seines US-Starts am 6. Dezember zeigt Film at Lincoln Center eine vollständige Retrospektive von Hausners Oeuvre in Anwesenheit der Regisseurin.

Höhepunkte der Retrospektive, die von Florence Almozini und Dan Sullivan organisiert wurde, sind eine spezielle Vorführung von "Little Joe" als ihrem ersten englischsprachigen Film, bei der Hausner und die britisch-amerikanische Schauspielerin Emily Beecham, die in Cannes die Palme als beste Schauspielerin gewann, anwesend sein werden.

Außerdem im Big Apple zu sehen sind "Lovely Rita", "Hotel", "Amour Fou" sowie der Kurzfilm "Flora" (1996) und der 50-minütige "Inter-View" (1999), Hausners Abschlussfilm an der Filmakademie Wien. Weiterer Teil der Serie sind die Videoinstallation "Toast" (2006), die in einer Schleife im Amphitheater des Lincoln Centers gezeigt wird, und natürlich "Lourdes", das großartige Pilger-Drama, das Hausner den internationalen Durchbruch bescherte.

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