Kino

Oscars 2022: Der rote Teppich ist ausgerollt

Amy Schumer, Regina Hall und Wanda Sykes präsentieren am Sonntag die diesjährigen Oscar-Gewinner. Unter den Nominierten befinden sich unter anderem Jane Campion, Steven Spielberg, Judy Dench und Hans Zimmer.

Die Oscar-Statue schmückt bereits den Eingang des Dolby Theaters.  SN/invision
Die Oscar-Statue schmückt bereits den Eingang des Dolby Theaters.

Der knapp 100 Meter lange und gut zehn Meter breite rote Teppich schmückt seit Mittwoch den Hollywood Boulevard in Los Angeles und kündigt die am Sonntag stattfindende Oscar-Verleihung an. "Der Teppich muss flach liegen und straff gezogen werden, ohne Falten und Unebenheiten", erzählt der langjährige Oscar-Teppich-Verleger Rudy Morales. Zum 94. Mal werden heuer im Dolby Theater die Trophäen verliehen.

Die Show muss weitergehen

2021 musste die Verleihung aufgrund der Coronapandemie nach hinten verschoben werden und fand dazu noch in abgespeckter Variante mit nur wenigen Zuschauern, teilweise auf kleinen Bühnen unter freiem Himmel, statt. 2022 will man zum ursprünglichen Showformat zurückkehren. Es werden mehr als 3000 Zuschauer im Dolby Theater in Los Angeles erwartet. Als prominente Präsentatoren wurden unter anderem Anthony Hopkins, Bill Murray, Mila Kunis, Lady Gaga und Jon Travolta angekündigt. Gastgeberinnen der 94. Academy Awards sind die Schauspielerinnen Amy Schumer, Regina Hall und Wanda Sykes.

Unter den nominierten Filmen finden sich unter anderem Steven Spielbergs "West Side Story", die Coming-of-Age-Romanze "Licorice Pizza" und "Don't Look Up", in dem Adam McKay ein Katastrophenszenario mit Satire und einigen bitterbösen Seitenhieben auf die amerikanische Gesellschaft und den Social-Media-Wahn inszeniert.

Jude Hill spielt den neunjährigen Buddy im Oscar-nominierten Drama „Belfast“.  SN/upi
Jude Hill spielt den neunjährigen Buddy im Oscar-nominierten Drama „Belfast“.

Sechs Nominierungen für "Belfast"

Das für den besten Film nominierte Schwarz-Weiß-Drama handelt von dem neunjährigen Buddy und seiner Familie, die während des Nordirlandkonflikts in den 1980er Jahren in Belfast leben. Der Film zelebriert Lebensfreude, Neugierde und Unbedarftheit vor dem Hintergrund politischer Unruhen. Das Drama basiert auf dem Leben seines Regisseurs Kenneth Branagh, der ebenfalls für einen Oscar nominiert ist. Judy Dench, die die Rolle der Granny spielt, ist als "beste Nebendarstellerin" nominiert, Ciarán Hinds als "bester Nebendarsteller". Daneben ist "Belfast" auch für das beste Originaldrehbuch und den besten Sound nominiert.

Timothee Chalamet (links) und Rebecca Ferguson in „Dune“.  SN/AP
Timothee Chalamet (links) und Rebecca Ferguson in „Dune“.

Favorit für Filmmusik und Spezialeffekte

"Dune" ist für zehn Oscars nominiert, darunter als "bester Film", in vielen Technik-Sparten und für die Musik des deutschen Komponisten Hans Zimmer. Gerd Nefzer, der die Produktion der aufwendigen Spezialeffekte bei "Dune" leitete, erzählt: "Wir fuhren mit über 50 Leuten in die Wüste und bauten eigens eine Straße, um einen 400 Tonnen schweren Kran dorthin zu schaffen. Daran wurde ein Ornithopter, ein libellenartiges Fluggerät, aufgehängt und mit Wind und Staub beschossen", so Nefzer. Als eines der über 9000 Mitglieder der Film-Akademie darf der Schwabe auch über die Oscar-Gewinner mit abstimmen. Natürlich hofft er auf Preise für "Dune", aber er begeistere sich für viele nominierte Filme, darunter die Tragikomödie "Coda" mit dem gehörlosen US-Schauspieler Troy Kotsur, der auch als "bester Nebendarsteller" nominiert ist.

Benedict Cumberbatch (links) und Jesse Plemons in einer Szene des Oscar-nominierten Westerns „The Power of th Dog.“  SN/AP
Benedict Cumberbatch (links) und Jesse Plemons in einer Szene des Oscar-nominierten Westerns „The Power of th Dog.“

Oscar-Reigen für Netflix-Western?

Drei Golden Globes gab es schon für den postmodernen, queeren Western "The Power of the Dog", exklusiv produziert für den Streamingdienst Netflix. Benedict Cumberbatch, nominiert als "bester Hauptdarsteller", spielt Rancher Phil Burbank, der die Frau seines Bruders als Gefahr für das Männerbündlerische seiner Heimat sieht. Kodi Smit-McPhee und Jesse Plemons sind als "beste Nebendarsteller" nominiert, Kirsten Dunst als "beste Nebendarstellerin". Jane Campion, Regisseurin von "The Power of the Dog", ist bereits das zweite Mal als beste Regisseurin nominiert und zählt zu den wichtigsten Favoriten der diesjährigen Verleihung.

Will Smith ist in Wettbüros Favorit unter den männlichen Hauptdarstellern mit seiner Rolle als Tennisvater von Venus und Serena Williams in "King Richard". Bei den Darstellerinnen ist hingegen nach wie vor keine eindeutige Favoritin auszumachen, auch wenn derzeit Jessica Chastain in ihrem Part in "The Eyes of Tammy Faye" das Feld anführt. Und beim Auslandsoscar, der heuer ohne österreichischen Kandidaten auskommen muss, liegt der japanische Beitrag "Drive My Car" in Führung.

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