Kunst

21er Haus feiert mit Prachensky neues Ausstellungskonzept

Das Belvedere hat vor einem Monat mit "Rouges differents sur noir - Liechtenstein" eines der zentralen Werke von Markus Prachensky als Geschenk von dessen Witwe Brigitte erhalten. Das Museum nutzt diesen Anlass und präsentiert das Gemälde nun im 21er Raum im Obergeschoß des 21er Hauses im Kontext der Schau "Das Gestische", die zugleich eine thematische Neuausrichtung des Schauraums markiert.

21er Haus feiert mit Prachensky neues Ausstellungskonzept SN/apa/belvedere
Blick in Ausstellung "Das Gestische" mit Prachensky-Schenkung (l.).

Der rund 70 Quadratmeter große 21er Raum soll künftig Gruppenausstellungen unter einem Thema zeigen und nicht mehr Einzelausstellungen wie bisher. Diese neue Vorgabe setzte Kurator Severin Dünser anhand des 1956/57 in Prachenskys Atelier in der Liechtensteinstraße entstandenen Gemäldes um, das eines der ersten war, das im später für den Künstler charakteristischen Rot gehalten ist.

In der jetzigen Zusammenstellung wird das großformatige Werk mit sieben weiteren Positionen kontrastiert, die das Überthema Gestik vereint. Klaus Mosettig etwa hat für "Informel 2" eine Kinderzeichnung minutiös im großen Gestus nachgezeichnet, während Andy Boot ein Sportgymnastikband in Wachs erstarren hat lassen. Ein Video von Christian Falsnaes Performance "Existing Things", bei der er von den Besuchern als menschlicher Pinsel verwendet wurde und die am Mittwochabend zur Eröffnung wiederholt wird, bindet auch die Videokunst in das Überthema ein, wird die noch händische Geste des Malers doch in die technische Reproduktion übersetzt.

Der Wotruba Raum im Keller gehört indes ganz dem Frühwerk des österreichischen Malers Rudolf Goessl. Unter dem Titel "Malerei im Wandel" wird die Entwicklung des gebürtigen Niederösterreichers in den 1960ern und 1970ern nachvollzogen, die sich von an der New Yorker Pop Art orientierten Farbflächenarbeiten zur zarteren Eindrücken transformierte.

Mittels realer und scheinbarer Falten und eines transluzenten, pastellartigen Farbspektrums entsteht vermeintliche Raumtiefe und ein Wechselspiel zwischen Flächigkeit und rein farblich mitgedachtem Rahmen. "Wir haben hier einen zeitgenössischen Maler vor uns", umriss Kurator Harald Krejci bei der Präsentation am Dienstag den überraschend modernen Eindruck der mittlerweile schon rund 40 Jahre alten Arbeiten.

INFO: "Das Gestische" von 8. September bis 20. November im 21er Raum sowie "Rudolf Goessl. Malerei im Wandel" von 7. September bis 30. Oktober Wotruba Raum, Arsenalstraße 1, 1030 Wien. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 21 Uhr. www.21erhaus.at

Quelle: APA

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