Kunst

Abseits der Salzburger Festspiele: Kultur für die kleine Geldtasche

Ist Kultur ein Privileg oder sollte es allen zugänglich gemacht werden? Die "Salzburger Nachrichten" haben nach Möglichkeiten gesucht, Kunst und Kultur abseits der Festspiele kostengünstig zu genießen.

In der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" steht unter Artikel 27: "Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben".

Nicht jeder hat nun aber das nötige "Kleingeld", um die Festspiele hautnah mitzuerleben.

Um dennoch die Opern und Konzerte aus den vergangenen Jahren genießen zu können, bieten die Siemens Festspielnächte eine Großbildleinwand am Kapitelplatz zum freien Eintritt an. Bis 31. August gibt es noch tägliche Vorführungen. Auch im Programm ist die diesjährige Neuinszenierung der Oper "Die Liebe der Danae" von Richard Strauss.

>>> Hier geht es zum Programm der Siemens Festspielnächte

Wenn das Wetter einmal mitspielt sind Freiluftkinos ein heißer Tipp für kostenlose Veranstaltungen. Im Sommerkino "Salzbeach" im Volksgarten gab es bis vor kurzem jeden Mittwoch Filme zu sehen. Im August gibt es noch zwei Termine im Stadtwerk Lehen, die sogar Schlechtwetter-Alternativen bieten.

"Zur schreienden Nachtigall" ist ein weiteres Freiluftkino Salzburgs. Hier werden vor allem internationale Musikfilme vorgeführt mit einer anschließenden Party im Salzburger Künstlerhaus.

Nur mehr dieses Wochenende und am Montag findet das Salzburger Straßentheater statt. Die fahrende Bühne macht ihre letzte Runde in Straßwalchen, Neumarkt, Oberalm und in Grödig. Gespielt wird Dario Fos Komödie "Bezahlt wird nicht".

Mit typisch italienischer Freude zur Rebellion wehren sich die Figuren auf ganz unterschiedliche Weise gegen das System der Ausbeutung.

>>> Hier geht es zum Programm des Salzburger Straßentheaters

Kunst und Kultur für alle Menschen

Was aber tun, wenn eine Veranstaltung etwas kostet und man es sich nicht leisten kann?

Dafür sorgt die Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur". Sie wurde 2003 vom Schauspielhaus Wien unter Airan Berg ins Leben gerufen und bietet für Menschen, die unter der Armutsgrenze leben einen Kulturpass an. Mit dem Pass kann eine ganze Reihe von Kultureinrichtungen kostenlos besucht werden.

Mittlerweile ist die Aktion österreichweit in sechs Bundesländern vertreten.

In Salzburg wurde sie vom Theater ecce, der Salzburger Armutskonferenz, der Laube GmbH und dem Dachverband Salzburger Kulturstätten initiiert.

Robert Buggler, der Sprecher der Salzburger Armutskonferenz sagt, noch immer herrsche eine entsprechende Scham, Sozialleistungen entgegenzunehmen - aus Angst als "arm" stigmatisiert zu werden.

Im Oktober feiert "Hunger auf Kunst und Kultur Salzburg" ihr zehnjähriges Jubiläum. Buggler sagt, es sei aber eine ambivalente Angelegenheit, eine Sache zu feiern, die darauf hinweist, dass Menschen unter der Armutsgrenze leben.

Der Pass ermögliche kulturelle Teilnahme, kann aber keine strukturelle Armutsbekämpfung ersetzen.

Trotzdem: Der Grund zum Feiern bleibt. Bereits 74 Kultureinrichtungen

im gesamten Bundesland Salzburg sind Partner der Aktion, darunter übrigens auch die Salzburger Festspiele.

Quelle: SN

Aufgerufen am 14.11.2018 um 03:42 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/abseits-der-salzburger-festspiele-kultur-fuer-die-kleine-geldtasche-1162705

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