Kunst

Alchemie erklärt die Dreifaltigkeit

Eine aufregende Bildsprache erzählt von einem einst neuen Denken, das heute rätselhaft ist.

Darf man Alchemie und Dreifaltigkeit zusammenspannen? Heute würde man sagen: Nein! Theologie ist von abergläubischer Scharlatanerie zu trennen, ebenso Astronomie von Astrologie und Anatomie von Kunst. Und doch bezeugt ein Bild aus dem "Buch der Heiligen Dreifaltigkeit", entstanden um 1410 bis 1419, vermutlich verfasst von einem Franziskaner namens Ulmannus, dass das Denken nicht immer so borniert in Disziplinen aufgespalten war. In einer soeben eröffneten Münchner Ausstellung, die ein Exemplar des "Buchs der Heiligen Dreifaltigkeit" - in etwas späterer Version um 1467 - zeigt, wird außerdem deutlich, dass solchem fantastischen, das Allumfassende erstrebenden Denken offenbar nur ein Zeitfenster von ein paar Jahrzehnten gegönnt war.

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