Kunst

Als die Bilder noch leuchteten und lockten

Als die Bilder noch leuchteten und lockten SN/bonartes
Für die Auslage: „Metropolis“, koloriertes Filmstandbild. BONARTES

"Metropolis" kennt man, der Film von Fritz Lang gilt als einer der besten der Welt. Aber wer kennt "Die Frauengasse von Algier", oder "Durchlaucht Radieschen" oder etwa "Die tolle Lola"? Und wer erinnert sich daran, dass es seit den Zwanziger- bis in die Fünfziger jahre eine Zeitschrift gab namens "Mein Film"? Auf dem Titelblatt einer Ausgabe aus dem Jahr 1927 glänzen Lya Mara und Harry Liedtke in dem Film "Die lachende Grille", die Überzeile verspricht Dramatik: "Vierzehn Ehescheidungen in Hollywood". Alles klingt wie eine verloren gegangene Welt, und das war es wohl auch. Als Hinterlassenschaft der 1958 eingestellten Zeitschrift "Mein Film" fanden sind im Bildarchiv spezielle Folien, die vom Österreichischen Filmmuseum angekauft wurden. Bis jetzt ist das Phänomen nicht erforscht, aber eine Ausstellung lenkt den Blick auf dieses nahezu unbekannte Mittel für die Kinowerbung. Denn was anderes war es nicht. Vor dem Kino - eine Aufnahme aus dem berühmten Premierenkino Apollo zeigt es - waren in den Vitrinen Filmstills der gezeigten Kinofilme zu sehen, und sie leuchteten in Farben, was merkwürdig ist in der Zeit der Schwarz-Weiß-Filme. Aber die Szenen oder Porträts wurden bei den Dreharbeiten von unbekannten Fotografen aufgenommen und sorgfältig koloriert, um bei Passanten Aufmerksamkeit zu erregen. Eben diese Fo lien werden in der Ausstellung im Photoinstitut Bonartes mit LED-Folien erleuchtet und entfalten so ihre fast magische Wirkung.

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