Kunst

Ambros im SN-Interview: "Ich wäre fast im Rollstuhl gelandet"

Wolfgang Ambros hat die schwierigsten Monate seines Lebens hinter sich. Nun gibt es neue Pläne - etwa eine Neuauflage von Austria 3.

Eine massive Verkrümmung der Wirbelsäule. Dazu ein Sturz, bei dem er sich die Lunge durchbohrt hat. Austropop-Legende Wolfgang Ambros musste mit mehreren Schicksalsschlägen kämpfen. Im SN-Interview beschreibt der 62-Jährige, welch finstere Gedanken ihm in dieser Zeit durch den Kopf gingen. Und dass er nun wieder auf der Bühne stehen wird - auch in Salzburg.

SN: Herr Ambros, wie geht es Ihnen nach Ihrer Rückenoperation?
Ambros: Es geht mir inzwischen um 1000 Prozent besser. Nach der komplizierten OP und langer Reha tut das Kreuz nicht mehr weh. Für längere Strecken brauche ich meine Walking-Sticks. Aber das schaut immerhin weniger krank aus, als mit Krücken durch die Gegend zu hatsch'n . . .

SN: Und ein Sturz hat alles noch verschlimmert, oder?
Das war ein klassischer Rückschlag. Man denkt, man kann schon alles - und dann kugelt man über einen Mistkübel. Dabei habe ich mir vier Rippen gebrochen und meine Lunge perforiert. Ich wusste nicht einmal, ob ich wieder singen kann. Aber die Stimme ist zum Glück wie vorher.

SN: Die vergangenen Wochen waren sicher psychisch sehr belastend . . .
Der Arzt erklärt einem, dass man im Rollstuhl landen kann. Da überlegt man sich alles Mögliche bis hin zu . . . Sie wissen schon. Aber jetzt geht es mir wieder gut.

SN: Das heißt, Ihre kommenden Auftritte sind nicht in Gefahr.
Nein, die sind gesichert. Wir haben in den vergangenen Wochen auch fast schon alle ausgefallenen Termine nachgeholt.

SN: Am 23. November werden Sie gemeinsam mit Rainhard Fendrich und den Seern im Rahmen von "Best of Austria" in der Salzburgarena auftreten. Was dürfen sich die Fans erwarten?
Wir werden je rund eine Stunde auf der Bühne stehen und unsere Hits spielen. Ich freu' mich darauf, weil ich so liebe Freunde treffe, die ich viel zu selten sehe.

SN: Rainhard Fendrich ist inzwischen wieder ein Freund von Ihnen?
Sie sprechen da eine uralte Geschichte an. Ja, es hat vergangenes Jahr eine Streiterei gegeben - aber das haben wir aus der Welt geschafft. Wir waren vorher Freunde und sind es immer noch.

SN: Das heißt, es kann eine Neuauflage von Austria3 geben? Etwa mit Klaus Eberhartinger oder Willi Resetarits statt Georg Danzer?
Jein. Willi und Klaus kommen sicher nicht infrage. Der Einzige, der für mich passen würde, ist Helmut Röhrling (Schiffkowitz von S.T.S., Anm.). Erst recht nachdem klar ist, dass es mit S.T.S. nicht weitergeht. Aber das haben wir noch in keinster Weise geklärt. Das ist also nur eine Idee für die ferne Zukunft. Und ich bin nicht derjenige, der für so etwas die Detailplanung übernimmt.

SN: Haben Sie auch Solopläne? Etwa ein neues Album?
Lieder hätte ich wahrscheinlich schon. Aber so ein Album zu machen ist eine Heidenarbeit - und es kostet ein Schweinegeld. Und dann verkaufst du maximal 15.000 Stück und holst gerade einmal die Produktionskosten rein. Gegen Sommer hin kann ich mehr sagen, da habe ich wieder mehr Luft für solche Pläne.

SN: Noch eine private Frage: Sie sind seit Kurzem wieder in einer Beziehung, leben aber mit Ihrer Ex-Freundin. Wie funktioniert das?
Das funktioniert gut. Unsere Kinder wachsen mit Papa und Mama auf. Da sind halt noch andere Bezugspersonen. Wir sind eine echte Patchwork-Familie.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 02:25 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/ambros-im-sn-interview-ich-waere-fast-im-rollstuhl-gelandet-3062758

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