Kunst

Assmann organisiert Dürer-Schau in Kulturhauptstadt Mantua

Als Italien Kulturhauptstadt 2016 stellt sich Mantua mit einer großen Albrecht Dürer-Schau ins Rampenlicht. Der Kulturmanager Peter Assmann (53), Leiter des Palazzo Ducale von Mantua, präsentiert am kommenden Freitag (7. Oktober) die Ausstellung über den deutschen Künstler mit mehreren Leihgaben aus der Wiener Albertina und dem Kupferstichkabinett der Kunsthistorischen Akademie.

Assmann organisiert Dürer-Schau in Kulturhauptstadt Mantua SN/APA (Archiv/rubra)/RUBRA
Assmanns Kontakte zu Österreich kommen Mantua zugute.

Die bis zum 8. Jänner 2017 laufende Ausstellung, die Assmann selber zusammen mit dem Kunsthistoriker Johannes Ramharter kuratiert, wird in den Sälen des Castello San Giorgio eingeweiht, die nach einem schweren Erdbeben 2012 in Mantua restauriert wurden und nun erstmals wieder Besuchern zugänglich sind. "Wie sehr werde ich frieren nach dieser Sonne?", fragte sich Dürer 1507 bei seiner Rückkehr nach Deutschland nach einer längeren Italien-Reise. Die Ausstellung beleuchtet den Einfluss, den Italien und italienische Künstler bei seinen Italien-Aufenthalten in den Jahren 1494 und 1506 auf Dürer ausgeübt haben, sowie die gegenseitige Beeinflussung mit dem aus Mantua stammenden Meister der Frührenaissance Andrea Mantegna (1431-1506).

Aus fünf Sektionen mit circa 75 Exponaten besteht die Dürer-Ausstellung, bei der vor allem Kupferstiche, Radierungen, und Druckgrafiken des Künstlers gezeigt werden. Die vielen Zeichnungen der Pferdeanatomie, die Dürer bei seinem Aufenthalt in Italien entwarf, bezeugen, wie stark er von den großen Pferdestatuen in Venedig und Padua, sowie von den Studien Leonardo Da Vincis für dessen Pferdeskulptur in Mailand beeinflusst wurde. Daher wird in Mantua auch die Bronzestatue eines Pferdes von Leonardo ausgestellt, eine Leihgabe des "Szepmüveszeti Muzeum" in Budapest. "Es war nicht einfach, in so kurzer Zeit diese Ausstellung auf die Beine zu stellen. Wir sind mit den Resultaten sehr zufrieden. Wir haben beste Beispiele von Dürers Druckgrafik und ergänzen die Ausstellung durch verschiedene andere interessante Leihgaben", berichtet Assmann im Gespräch mit der APA.

Die Dürer-Ausstellung ist die erste große Schau, die Assmann organisiert, nachdem er im November als neuer Direktor des Museumskomplex Palazzo Ducale nach Mantua gezogen ist. In diesen Monaten hat er alle Hände voll zu tun gehabt, den Palazzo Ducale, den Herzogspalast der Stadt, einen Gebäudekomplex aus dem 14. Jahrhundert, der von der Adelsfamilie Gonzaga als ihr Herrschaftssitz errichtet wurde, mit ersten Veränderungsschritten in ein modernes Museum umzuwandeln. 12 Millionen Euro lässt die Regierung nun ab sofort dem Palazzo Ducale zufließen, damit er an internationale Museumsstandards angepasst wird. Großangelegte Restaurierungsarbeiten stehen an. Sie betreffen unter anderem die "Armeria", ein großes, verwahrlostes Waffenlager, das jetzt als Ausstellungsareal verwertet werden soll.

Assmanns Kontakte zu Österreich kommen Mantua zugute. So soll in einem Teil des Palazzo Ducale das Thema Alchemie im Vordergrund stehen und ein Alchemiekabinett eingerichtet werden. "Mitglieder der Gonzaga-Familie waren große Alchemisten. Wir werden vom Technischen Museum in Wien ein Alchemistenlabor erhalten, das derzeit im Depot des Museums liegt. Wir freuen uns, es hier vorzeigen zu können, um dem Publikum nahe zu bringen, was Alchemie wirklich ist", berichtet Assmann. Auch ein Kindermuseum soll eingerichtet werden.

Die Anstrengungen, in diesem für Mantua wichtigen Jahr den Palazzo Ducale in ein zeitgenössisch aktuelles Museum umzuwandeln, zeitigt bereits Resultate. Die Besucherzahl ist in der ersten Jahreshälfte bereits um 33 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr 2016 wird mit über 300.000 Besuchern gerechnet. "Das sind Zahlen wie jene der Pinakothek von Brera und der Accademia in Venedig", unterstreicht Assmann. Sein Ziel ist, Mantua auch im Ausland als Kunststadt bekannter zu machen. "Viele Österreicher kennen Mantua zwar vom Namen her, verbinden es jedoch nicht mit dem Begriff einer Kulturstadt. Man kennt Mantua zu wenig, weil die Stadt etwas abseits der Hauptverkehrsrouten liegt. Von der Brennerautobahn und dem Gardasee ab ist es aber wirklich nur ein Katzensprung", meint Assmann.

Quelle: APA

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