Kunst

Autorin Kennedy kritisiert "Sieg der Lügen" in der Politik

Die schottische Schriftstellerin A. L. Kennedy ärgert sich über Konkurrenz von ungewöhnlicher Seite. "Geschichten zu erfinden ist die Aufgabe von Autoren, nicht die der Politik", sagte sie am Freitag in Düsseldorf. Die 51-Jährige, bekannt für ihren Galgenhumor, bezog sich damit auf ein zunehmend von Emotionen und Lügen statt Fakten geprägtes Politklima.

Zwar sei Politik seit jeher ein Kampf verschiedener Storys gewesen, sagte Kennedy. "Die Menschen aber fühlen sich vom Siegeszug der Fantasie erschlagen, dabei geht es gar nicht um Fantasie, sondern schlicht um schlechte Lügen." Gerade Großbritannien leide unter den Konsequenzen einer Politik, für die Tatsachen keine Rolle spielten.

Die Stadt Düsseldorf verleiht Kennedy am Sonntag den renommierten Heine-Preis. Sie ist die erste Britin, die die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält. "Ihr Blick auf politische und soziale Zustände schärft gesellschaftliche Diskussionen", begründet die Jury. Mit ihrer Arbeit lote sie die Grenzen der menschlichen Seele aus.

Kennedys Erzählung "Gleißendes Glück" über eine Frau mit gewalttätigem Ehemann und pornosüchtigem Liebhaber kam dieses Jahr als Film mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in die Kinos. Die Schottin steht auch immer wieder als Comedian auf der Bühne.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 15.11.2018 um 07:59 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/autorin-kennedy-kritisiert-sieg-der-luegen-in-der-politik-812872

Schlagzeilen