Kunst

"Bridget Jones' Baby": Schokolade mit Essiggurkerl zum Frühstück

Jetzt ist sie schwanger: Renée Zellweger kehrt als "Bridget Jones" zurück.

Sie ist 43 Jahre alt, Fernsehproduzentin einer Nachrichtensendung, sie hat Freundinnen, aber kein Kind - und damit hat sie in den Augen ihrer Mutter versagt: Bridget Jones (Renée Zellweger), die chaotische Heldin aus der Feder der britischen Autorin Helen Fielding, ist auch bei ihrem dritten Filmauftritt (nach "Schokolade zum Frühstück" 2001 und "Am Rande des Wahnsinns" 2004) wieder Single, ein wenig melancholisch, aber nach wie vor voll sturer Überzeugung, dass das Leben doch noch einiges zu bieten haben muss.

Gut, der eine ihrer Traummänner, Daniel Cleaver (Hugh Grant), ist erst kürzlich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, und so ein Begräbnis in jungen Jahren ist keine schöne Sache. Aber der hohen Anzahl weiblicher Trauergäste nach zu schließen hatte er es wenigstens bis zuletzt wirklich sehr lustig.

Und Mark Darcy (Colin Firth), Bridgets ebenso solider wie begehrenswerter Kindheitsfreund, ist seit langem mit einer anderen verheiratet. Zur Aufmunterung schleift eine jüngere Kollegin Bridget auf ein Musikfestival, in dessen Schlamm sie ihre Gummistiefel verliert, einen charmanten One-Night-Stand (in Gestalt von Patrick Dempsey) findet, und damit schon wieder so viel Lebensfreude gewonnen hat, dass sie bei nächster Gelegenheit auch mit dem frisch getrennten Mark Darcy im Bett landet.

Die Frage, welche dieser beiden erfreulichen Begegnungen Bridgets überraschende Schwangerschaft verursacht hat, ist dann Anlass für neuerlichen albern-romantischen Klamauk, mit der bewährten Mischung aus Fremdscham und Mitgefühl: Erneut führt bei "Bridget Jones' Baby" Sharon Maguire ("Schokolade zum Frühstück") Regie, diesmal allerdings ohne große Rücksicht auf Logik oder Dramaturgie, trotz der Mitarbeit von Emma Thompson (die sich selbst eine Rolle als widerborstige Gynäkologin geschrieben hat).

Dem Film ist allerdings zugute zu halten, dass er mit Fröhlichkeit und Herzlichkeit diverse Tabus rund um Mutterschaft und Kinderkriegen verletzt.

Film: Bridget Jones' Baby. Liebeskomödie, USA/Großbritannien/Irland/Frankreich 2016. Regie: Sharon Maguire. Mit Renée Zellweger, Colin Firth, Patrick Dempsey, Sarah Solemani. Start: 21.10.

Quelle: SN

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