Kunst

"Captain Fantastic": Leben lernen weit weg von der Zivilisation

Im Überraschungs-Kinohit "Captain Fantastic" spielt Viggo Mortensen einen Vater, der seine Kinder im Wald aufzieht.


Ein Reh stakst arglos durch den Wald, wendet den Kopf, stellt die Ohren auf. Unvermittelt rennt ein junger Mensch brüllend durchs Dickicht, dreckbeschmiert, stößt dem Tier einen Dolch in den Hals, und wirft es nieder: "Captain Fantastic", ab Freitag im Kino, beginnt mit einer archaischen Szene, einem männlichen Jagdinitiationsritus. Der junge Jäger ist gerade 18 (gespielt von George McKay), ältester Sohn von Ben (Viggo Mortensen), der mit seinen sechs Kindern im Wald lebt, in einem selbstgebauten Haus. Ben bringt seinen Söhnen und Töchtern das Töten bei, das Häuten, Ausnehmen und Zubereiten von Tieren, den Anbau essbarer Pflanzen. Vor allem aber lehrt er sie das Denken: Die Kinder lesen selbständig Bücher über Quantenphysik, über Marxismus, oder von Dostojewski, sie diskutieren mit ihren Geschwistern und mit ihrem Vater das Gelesene, und sie bekommen Antwort auf jede Frage, und sei sie noch so abseitig. Ein "dafür bist du zu jung" oder "das verstehst du noch nicht" gibt es nicht.

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Aufgerufen am 18.08.2018 um 12:13 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/captain-fantastic-leben-lernen-weit-weg-von-der-zivilisation-1151272