Kunst

Deutscher Buchpreis: Vier Österreicher auf der Longlist

Wie jedes Jahr haben Autoren und Verlage auf die Veröffentlichung der Longlist für den Deutschen Buchpreis gewartet. Am Dienstag hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die 20 Namen bekanntgegeben - darunter mit Reinhard Kaiser-Mühlecker, Hans Platzgumer, Eva Schmidt und Anna Weidenholzer vier heimische Autoren.

Kaiser-Mühlecker tritt dabei mit "Fremde Seele, dunkler Wald" (S. Fischer) an, von Platzgumer findet sich "Am Rand" (Paul Zsolnay) auf der Liste, Eva Schmidt ist mit "Ein langes Jahr" (Jung und Jung) vertreten und Anna Weidenholzer mit "Weshalb die Herren Seesterne tragen" (Matthes & Seitz Berlin). Ebenfalls Österreichbezug weist Burg-Schauspieler Joachim Meyerhoff auf, der mit "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" (Rowohlt Berlin), dem dritten Teil seiner autobiografisch geprägten Romanreihe, bei der Jury punkten konnte. Der heimische Jung und Jung-Verlag ist außerdem mit Dagmar Leupold und "Die Witwen" vertreten.

Sie alle haben es mit durchaus prominenter Konkurrenz zu tun: Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ist mit "Das Pfingstwunder" (Suhrkamp) ebenso auf der Longlist vertreten wie Katja Lange-Müller ("Drehtür", Kiepenheuer & Witsch), die 2013 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. Weitere Nominierte sind Akos Doma ("Der Weg der Wünsche", Rowohlt Berlin), Gerhard Falkner ("Apollokalypse", Berlin Verlag), Ernst-Wilhelm Händler ("München", S. Fischer), Bodo Kirchhoff ("Widerfahrnis", Frankfurter Verlagsanstalt), Andre Kubiczek ("Skizze eines Sommers", Rowohlt Berlin), Michael Kumpfmüller ("Die Erziehung des Mannes", Kiepenheuer & Witsch), Thomas Melle ("Die Welt im Rücken", Rowohlt Berlin), Arnold Stadler ("Rauschzeit", S. Fischer), Peter Stamm ("Weit über das Land", S. Fischer), Michelle Steinbeck ("Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch", Lenos), Thomas von Steinaecker ("Die Verteidigung des Paradieses", S. Fischer) sowie Philipp Winkler ("Hool", Aufbau).

Für Jurysprecher Christoph Schröder handle es sich jedenfalls um einen "ausgezeichneten Jahrgang", wie er in einer Aussendung zitiert wird. "Die diesjährige Longlist zeigt die große Bandbreite von Schreibweisen und Themen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur auf: vom Entwurf gewagter literarischer Dystopien über die Darstellung der Sehnsucht nach Aufbrüchen in neue Lebenswelten, die Auflehnung gegen die alltägliche Zwangsläufigkeit bis hin zu biografischen Selbstvergewisserungen, die Erlebtes in Romanform neu erfinden."

Auch die sprachliche Vielfalt, "mit der die Autorinnen und Autoren sich ihren Stoffen nähern, ist groß", so Schröder. "Vor der klassischen Erzählung herrscht hier ebenso wenig Scheu wie vor der überbordenden, von Humor befeuerten experimentellen Sprachlust. In ihrer jeweiligen Darstellungsform reflektieren und verarbeiten die nominierten Romane immer auch gesellschaftliche Zustände." Insgesamt haben die sieben Jurymitglieder 178 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2015 und 20. September 2016 erschienen sind oder noch erscheinen.

Bis 20. September wird dann aus den 20 Romanen eine sechs Titel umfassende Shortlist gewählt. Der Sieger wird am 17. Oktober, dem Abend vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, bekanntgegeben. Bereits der Sprung auf die Shortlist ist allerdings lohnend - jene fünf Autoren, denen nämlich am Ende nicht der große Wurf gelingt, können sich mit immerhin 2.500 Euro und einiger Aufmerksamkeit trösten.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

• Akos Doma: Der Weg der Wünsche (Rowohlt Berlin, August 2016)

• Gerhard Falkner: Apollokalypse (Berlin Verlag, September 2016)

• Ernst-Wilhelm Händler: München (S. Fischer, August 2016)

• Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)

• Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)

• André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)

• Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2016)

• Katja Lange-Müller: Drehtür (Kiepenheuer & Witsch, August 2016)

• Dagmar Leupold: Die Witwen (Jung und Jung, September 2016)

• Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder (Suhrkamp, September 2016)

• Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)

• Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Kiepenheuer & Witsch, November 2015)

• Hans Platzgumer: Am Rand (Paul Zsolnay, Februar 2016)

• Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)

• Arnold Stadler: Rauschzeit (S. Fischer, August 2016)

• Peter Stamm: Weit über das Land (S. Fischer, Februar 2016)

• Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, März 2016)

• Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (S. Fischer, März 2016)

• Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (Matthes & Seitz Berlin, August 2016)

• Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 19.11.2018 um 12:30 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/deutscher-buchpreis-vier-oesterreicher-auf-der-longlist-1134493

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