Kunst

"Die Glorreichen Sieben": Sie reiten und sie schießen wieder

Das Remake von "Die Glorreichen Sieben" ist ein opulenter Western ohne modischen Firlefanz.

Eine der vielen historischen Gemeinheiten, die das klassische Westerngenre zu verbuchen hat, ist die behauptete Abwesenheit von Menschen mit afrikanischen oder asiatischen Wurzeln im Wilden Westen. Es ist also nur würdig und recht, zur Wiedergutmachung einen Klassiker des Genres neu zu inszenieren, und diesmal etwas mehr Diversität zuzulassen: In Antoine Fuquas Remake von "Die Glorreichen Sieben" spielt also Denzel Washington den Kopfgeldjäger, der mit einer Handvoll schießfreudiger Kollegen (u. a. Ethan Hawke, Chris Pratt und Vincent D'Onofrio, und der koreanische Star Byung-hun Lee) eine Präriestadt aus den Klauen eines gierigen Minenbesitzers befreit.

Für einen wie Fuqua ist es ein Bubentraum, so einen Film mit vielen Pferden und Schießeisen zu drehen, noch dazu ein Remake des Steve-McQueen-Klassikers von John Sturges, der sich seinerseits auf "Die sieben Samurai" (1954) von Akira Kurosawa bezog. So oft der Western totgesagt wurde, so oft wurde das Genre auch wieder ausgegraben, umgedreht, in Frage gestellt und dadurch erneuert. Hier allerdings nicht: "Die Glorreichen Sieben" ist ein opulenter Western ohne modischen Firlefanz wie historische Neueinordnung oder differenzierte Figurenzeichnung. Dafür kracht's ordentlich.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.10.2018 um 04:08 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/die-glorreichen-sieben-sie-reiten-und-sie-schiessen-wieder-1043491

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