Kunst

Festival "Der neue Heimatfilm" mit Schwerpunkt "Identität"

Das Festival "Der neue Heimatfilm" Ende August in Freistadt im Mühlviertel hat heuer den inhaltlichen Schwerpunkt "Identität", der auch immer wieder eng mit "Heimat" verbunden ist. Rund 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus allen Teilen der Erde sind zu sehen. 13 Streifen aus zehn Produktionsländern treten in den Wettbewerben um den Spiel- und Dokumentarfilmpreis an.

Organisator Wolfgang Steininger, der zusammen mit seinem Team das Programm des 29. Festivals in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz präsentierte, verwies darauf, dass Heimat ein vielschichtiges Thema sei, unter anderem Verbundenheit mit Grund und Boden, mit dem Überleben in den inzwischen schwierig gewordenen ländlichen Strukturen und so auch mit Flucht und Migration.

So setzen sich heuer Produktionen wie "Die Schwalbe" des Schweizer Regisseurs Mano Khalil, "Haymatloz" von Eren Önsöz, "Reset-Restart" von Judith Lichteneckert und "Unten" des Linzers Djordje Cenic mit den verschiedenen Identitäten von Menschen, oft verbunden mit dem Hintergrund von Migration und Flucht, auseinander. Der Kurzfilm "The Purple Field" des syrischen Regisseurs Nasri Hajjaj, der vergangenes Jahr als Flüchtling im Bezirk Freistadt verbracht hat und das Schicksal eines jungen im Mühlviertel gelandeten Syrers dokumentiert, ist ein sehr lokaler Beitrag zu diesem Thema.

Die vielen Aspekte des Lebens "in der Provinz" zeigen auch andere Festivalbeiträge. "Bei Tag und bei Nacht" von Andreas Guttner porträtiert das Leben eines Kärntner Landarztes, seine prekäre Lage und jene seiner Patienten, den Bergbauern: Beide sind vom Verschwinden bedroht. Aus dem Mühlviertel stammt Katharina Haudum aus Bad Leonfelden, die Hauptdarstellerin des Eröffnungsfilms "Bergfried" von Jo Baier. Der Cutterin Julia Drack aus Scharnstein in Oberösterreich ist eine kleine Werkschau gewidmet, unter anderem mit Andreas Grubers aktuellem Film "Hannas schlafende Hunde".

Nicht zuletzt wird Fritz Lehner mit dem heurigen Würdigungspreis der Stadt Freistadt ausgezeichnet - eine späte Genugtuung. Er drehte 1976 zusammen mit Kamera-Mann Xaver Schwarzenberger einen Freistadt-Film, eigentlich als Liebeserklärung an seine Heimatstadt gedacht, dort aber heftig kritisiert. Unter anderem hatte er gebeten, alle Autos vom Hauptplatz fernzuhalten. Das wurde damals dahin gehend interpretiert, er hätte zeigen wollen, dass sich die Freistädter keine Autos leisten können.

Im Italienprogramm fokussiert sich das Festival auf das Dokumentarschaffen des Landes. Dem Turiner Filmemacher Andrea Deaglio, der sich in seinen Werken dem Thema Migration annimmt, ist beispielsweise eine kleine Werkschau gewidmet. Die Grenze zur Fiktion zeigen zwei Filme von Elisabetta Sgarbi, die drei Fischer im Po-Delta bei ihrer Arbeit begleitet. Diese werden auch als Gäste in Freistadt erwartet. Ergänzt wird das Programm durch Fotoausstellungen und allabendliche Konzerte.

Quelle: APA

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