Kunst

FM4-Chefin und Musiker Rabitsch erhielten Verdienstzeichen

Monika Eigensperger hat einen Lauf: Nach der kürzlichen Bestellung zur ORF-Radiodirektorin mit Beginn 2017 ist die FM4-Chefin am Mittwoch mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien bedacht worden. "Sie lebt für das Radio", huldigte ein launiger Willi Resetarits die gewürdigte "Sunny Side of Ottakring". Musikproduzent und Ex-Falco-Keyboarder Thomas Rabitsch erhielt heute ebenfalls Gold.

FM4-Chefin und Musiker Rabitsch erhielten Verdienstzeichen SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Eigensperger ist seit kurzer Zeit ORF-Radiodirektorin.

"Ich hätte mir nie gedacht, dass ich als Ottakringer Mädel einmal im Rathaus stehe und ein Ehrenzeichen entgegennehme", zeigte sich Eigensperger hörbar stolz. Uns sie bedankte sich beim anwesenden ORF-General Alexander Wrabetz auch dafür, "dass du mir die gesamte Radioflotte anvertraust". Sie werde ihr Bestes geben. "Wir werden weiterhin Bilder in den Köpfen der Hörer entstehen lassen", denn darin liege der "Zauber des Radios".

Eigensperges Hörfunkkarriere begann schon in recht frühen Jahren. Geboren am 15. September 1959 begann die Wienerin 1980 - laut Resetarits "als junges Kind" - in der Ö3-Serviceredaktion, gestaltete bald darauf Beiträge, verantwortete später Sendungen und wurde 1993 stellvertretende Ö3-Chefin. 1996 übernahm sie die Leitung des neu gegründeten Jugendsenders FM4 - damals noch ein abendlicher Appendix von Blue Danube Radio - und baute ihn "in Teamarbeit, nicht Intimarbeit", wie der Laudator zur Sicherheit klarstellte zum 24-Stunden-Sender um. Mit 1. Jänner 2017 übernimmt sie die Funktion der Radiodirektorin im ORF.

Er habe sich umgehört bei Freunden - Feinde habe er keine gefunden, versicherte das Alter Ego von Kurt Ostbahn. Und da seien Attribute wie loyal, goschert, herrlich undiplomatisch oder eben "The Sunny Side of Ottakring" gefallen. Zuschreibungen, denen er voll zustimme, so Resetarits. Er selbst könne sich an viele nächtliche Gespräche "oft mit Achterlbegleitung" erinnern, wo er nicht zuletzt die Eigensperger'sche Steherqualität kennengelernt habe: "Die Frau is' a Wahnsinn."

Als Verdienstzeichenempfänger stellte sich neben der FM4-Chefin heute auch Thomas Rabitsch zur Verfügung. Der am 19. November 1956 auf die Welt gekommene Wiener startete in den 1970er-Jahren seine Musikkarriere bei der Hallucination Company und Drahdiwaberl, wo auch Falco sein Unwesen trieb. Für diesen fungierte er bald als Keyboarder und Bandleader. "Selbst mit den schwierigsten Musikern kann er umgehen", zollte Markus Spiegel, der Falco für sein Label Gig-Records unter Vertrag nahm, der Ruhe und Ausgeglichenheit seines Freundes Tribut.

Co-Laudator Mischa Zickler, allererster FM4-Programmchef und seit mehr als einem Jahrzehnt als TV-Formatentwickler tätig, lobte denn auch die musikalischen Fernseharbeiten von Rabitsch: "Du hast in den letzten Jahren mitdefiniert, was Musik im Unterhaltungsfernsehen sein kann." Immerhin fungiert der Produzent u.a. als musikalischer Leiter der Castingshows "Starmania" oder "Die große Chance" und hat das Sounddesign von mehr als 30 Sendungen konzipiert. Zickler verwies aber auch auf die soziale Größe des Künstlers, der sich gemeinsam mit seiner Frau Anja um Weggefährten kümmere, "denen der Weg steinig geworden ist".

Rabitsch selbst räumte ein, er sei im ersten Moment ob der Auszeichnung etwas verwundert gewesen: "Ich bin ja eher einer, der den ersten Platz jemandem anderen überlässt." Aber die Reden hätten ihm geholfen, den Grund für die Würdigung zumindest ein bisschen zu verstehen, scherzte er.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) half ebenfalls. Sowohl Eigensperger als auch Rabitsch hätten das Wiener Kultur- und Musikleben maßgeblich geprägt und nie ihre Neugierde für Neues und ihre Empathie für Musik verloren. Und beide hätten gezeigt, "dass Qualität nicht vor einem breitest möglichen Publikum halt machen muss".

(APA)

Aufgerufen am 21.02.2018 um 12:33 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/fm4-chefin-und-musiker-rabitsch-erhielten-verdienstzeichen-1001974

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