Kunst

Geschichtsfälschung als Kriegstreiber: OÖ-Filmretrospektive

Filme, die die Geschichte zurechtbiegen, um die Bevölkerung auf den Krieg einzuschwören, stehen bei der Retrospektive "im_fokus" von 23. bis 26. August im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (OÖ) am Programm. Unter dem Titel "NS-Propaganda und Krieg" werden Streifen aus den frühen 1940er-Jahren gezeigt, mit denen Krieg gerechtfertigt und die Moral nach Niederlagen aufrechterhalten werden sollte.

Der Film "Feinde" handelt beispielsweise davon, dass polnische Sägewerksarbeiter gegen die deutsche Minderheit aufrüsten, der nur die Flucht ins Deutsche Reich bleibt. Auch "Über alles in der Welt" macht Deutsche zu Opfern, die nach Kriegsausbruch im Ausland verfolgt werden. Um die Moral nach der Niederlage von Stalingrad aufrecht zu erhalten, wurden etliche "Durchhaltefilme" gedreht. Ein Vertreter dieser Kategorie ist "Kolberg". Die Handlung spielt 1806 im gleichnamigen pommerschen Städtchen, dessen Bewohner sich gegen die Übermacht der napoleonischen Truppen zur Wehr setzen.

Die historischen Streifen werden im Hof der ehemaligen NS-Euthanasieanstalt gezeigt, bei Regen finden die Veranstaltungen im angrenzenden Kulturtreff der Gemeinde Alkoven statt. Der Eintritt ist frei. Allerdings ist der Besuch der begleitenden Impulsreferate vor jeder Filmvorführung verpflichtend. Die Veranstalter begründen das damit, dass es sich um sogenannte Vorbehaltsfilme handelt, deren Inhalte antidemokratisch, rassistisch und volksverhetzend sind.

Quelle: APA

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