Kunst

Helene Fischer mit Monster-Show in Wien

Mit einer für die Schlagerbranche beispiellosen Monster-Show hat Helene Fischer Freitagabend die ausverkaufte Wiener Stadthalle zum Kochen gebracht.

Helene Fischer mit Monster-Show in Wien SN/APA (Neubauer)/HERBERT NEUBAUER
Fischer beglückte ihre Fans.

Dabei zauberte sie mit viel Aufwand nicht nur ein "Farbenspiel" auf die Bühne, in einer aufwendigen Materialschlacht und einer Armee von Musikern und Tänzern ging es in der Halle durch die vier Jahreszeiten. Am Samstag wiederholt sich das Schauspiel.

Eines vorweg: Helene Fischer hat einen Vogel. Das ist keine infame Unterstellung, sondern kommt aus dem Munde der derzeit amtierenden Schlagerkönigin selbst, während sie auf einem riesigen Phönix reitend über ihrem Publikum schwebt. Fischer hat bei ihrer Tour eher Anleihen an Kiss und den Rolling Stones genommen, als sich die Stadl-Ausstattung ausgeliehen. Kein Wunder, setzt sich ihr Publikum doch mittlerweile aus allen Altersklassen zusammen.

Fischer scheut auch nicht davor zurück, musikalisch Unerwartetes darzubieten. So interpretierte sie nicht nur - stimmlich glaubwürdig - in einem Rock-Medley Van Halen und Bon Jovi. Die Nu Metaller von Linkin Park wurden ebenso gewürdigt wie Antonio Vivaldi. Die Helene-Fans wurden aber dennoch ausgiebig bedient - und zwar live, was im Schlager-Kosmos nicht selbstverständlich ist. Viel Wertschätzung kam bei der Show ihren Musikern entgegen, die nicht nur als bloße Statisten werkten.

Auch an Tänzerinnen und Tänzern sollte es nicht mangeln: Die ausgebildete Musical-Darstellerin nimmt sich Anleihen an erfolgreichen Pop-Diven, von Madonna bis Miley Cyrus, inklusive mehrfacher Outfit-Wechsel. Dennoch blieb alles im züchtigen und familienfreundlichen Rahmen. Denn bei der Geschenkannahme am Bühnenrand standen noch Streicheleinheiten und Küsschen für die Jüngsten Fans im Publikum auf dem Programm, die auch mit Disneys "Eiskönigin" belohnt wurden.

Aber auch ausgewählte erwachsene Fans kamen auf ihre Rechnung: Eingepfercht in einen in der Bühne integrierten Bereich dienten sie, komplett weiß gewandet, als Projektionsfläche, wie die Sängerin es beschrieb. Und durften dabei etwa hautnah erleben, wie Fischer einer sich öffnenden Blüte entstieg, neben dem Ritt auf dem Vogel Höhepunkt der Kitsch-Orgie, auf die man sich durchaus einlassen konnte. Noch jemand hatte versucht, ein wenig vom "Farbenspiel" Fischers abzubekommen: Andreas Gabalier tauchte offensichtlich unangekündigt in den Zuschauerrängen auf und erzwang schließlich eine Begrüßung durch die Schlager-Diva. In den Applaus des Publikums mischten sich auch vereinzelte Buh-Rufe - und das durchwegs aus männlichen Kehlen.

Nachdem bereits nach der Eröffnungsnummer erste Forderungen laut geworden waren, wurde die Fan-Schar als finale Zugabe mit "Atemlos" beglückt. Doch bereits zuvor waren die Sitzplätze in der Stadthalle obsolet geworden. Ein Schauspiel, dass sich wohl auch am Samstag wiederholen wird.

Quelle: APA

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