Kunst

Hermanis zum "Nachwuchsweltverbesserer" gekürt

Die gesellschaftliche Irrelevanz kam am Freitagabend in Wien wieder zu Ehren: Bereits zum 5. Mal verlieh der Künstler Julius Deutschbauer im Werk X seine Antipreise an die unpolitischsten Theaterproduktionen der Saison. Zu den Gewinnern in fünf Kategorien zählen neben Volkstheater-Intendantin Anna Badora, Regisseur Alvis Hermanis und das Duo Stermann/Grissemann.

Hermanis zum "Nachwuchsweltverbesserer" gekürt SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
Regisseur Alvis Hermanis politischer Theatermacher der übelsten Sorte.

Hermanis, der in der Diskussion um seine Ablehnung des Engagements für Flüchtlinge durch das Theater eine geplante Inszenierung am Hamburger Thalia Theater absagte, wurde in der Sparte "Die besten Nachwuchsweltverbesserer" gewürdigt. "Herr Hermanis (...) hat sich mit seiner absurden Ethnisierung und seinem Bekenntnis zum 'Krieg' gegen Schutzsuchende klar weltanschaulich positioniert und erhält daher fast zu Unrecht den Preis für 'den besten Nachwuchsweltverbesserer', denn er ist selbstredend ein politischer Theatermacher - aber der übelsten Sorte!", so Laudator und Werk-X-Hausherr Harald Posch.

Auch in der Kategorie "Die große Gönnerin" ging es um das Flüchtlingsthema, wurde hier doch Volkstheater-Chefin Anna Badora geehrt, welche die Uraufführung von Ibrahim Amirs "Homohalal" abgesagt hatte. Eine Dystopie sei in Zeiten, in denen Flüchtlingen mit Hass begegnet werde, nicht das geeignete Mittel, lautete die Begründung damals.

Die Sparte "Die dickste Staubschicht" konnten weiters Florentina Holzinger und Vincent Riebeek für ihre Wiederaufnahme von "Kein Applaus für Scheiße" im WUK für sich entscheiden, während im Bereich "Helden und Heldinnen der Provinz" das brut Wien gekürt wurde - "für das Überangebot an steirischem Kernöl in Form von in Flaschen abgefüllten Mitgliedern der Theatergruppen 'Die Rabtaldirndln' und 'Theater im Bahnhof'". Und schließlich erhielt das Duo Dirk Stermann und Christoph Grissemann für seinen Einsatz bei "Sonny Boys" im Theater Rabenhof die Auszeichnung für die beste "Thesenfreie Positionierung".

Quelle: APA

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