Kunst

Innsbrucker Festwochen mit witzig-bunter "Barockoper: Jung"

Die diesjährige "Barockoper: Jung" der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik hat am Freitagabend ihrem Namen alle Ehre gemacht. Witzig, spritzig, bunt, jugendlich und überaus humorvoll präsentierte sich die Oper "Le nozze in sogno" von Pietro Antonio Cesti und begeisterte damit das Premierenpublikum im Innenhof der Theologischen Fakultät.

Die Besucher quittierten nach rund dreistündiger Spielzeit die Leistungen der Nachwuchs-Sänger, des musikalischen Leiters Enrico Onofri und seines Ensembles sowie des Regisseurs Alessio Pizzech mit lang anhaltendem, begeistertem Applaus. Für das 40-jährige Jubiläum der Innsbrucker Festwochen hatte der US-amerikanische Cembalist, Dirigent und Musikforscher Alan Curtis die Oper, die er dirigieren hätte sollen, vorbereitet. Am 15. Juli 2015 war Curtis im Alter von 80 Jahren jedoch unerwartet verstorben.

Regisseur Pizzech und Bühnenbildner Davide Amadei versetzten für die Aufführung der Oper des einstigen Innsbrucker Hofkomponisten Cesti den Hafen der italienischen Stadt Livorno kurzerhand in den Innenhof der Theologischen Fakultät. Hoch aufgestapelte Warenkisten, die mit nur wenigen Griffen von "Hafenarbeitern" zu allerhand Räumlichkeiten umfunktioniert werden konnten, kennzeichneten das Bühnenbild. Ein Boot namens "Alan", in dem die Musiker des Orchesters "Ensemble Innsbruck Barock" Platz nahmen, verschaffte auch dem verstorbenen Curtis seinen Auftritt bei der Oper.

351 Jahre nach der Uraufführung der Oper in kleinem Kreis in einem Privattheater in Florenz erlebte "Le nozze in sogno" nun die erste öffentliche, szenische Aufführung. Erst vor wenigen Jahren hatten Theaterwissenschafter Cesti als Komponisten des Werkes identifiziert.

Die jungen Sänger konnten am Premierenabend durchwegs mit ihren Leistungen überzeugen. Allen voran beeindruckten jedoch Arianna Vendittelli als Lucinda und Konstantin Derri als Scorbio durch ihre stimmliche Sicherheit auf der Bühne. Letzterer bewies zudem auch viel schauspielerisches Können und sorgte mit seiner Darstellung als homosexueller Diener seines Herren Flammiro für den ein oder anderen Lacher im Publikum. Durch sein witziges Auftreten, sein humoristisches Talent und seine komödiantischen Einlagen stahl Francisco Fernandez-Rueda als Amme Filandra aber allen anderen die Show.

Mit geistreichem Humor, einer trügerischen List und jugendlicher Unbekümmertheit siegte letztendlich die junge Liebe über die Konventionen der Alten. Und so endete die Oper, die mit einer wilden Techno-Party begonnen hatte auch wieder mit einer solchen und die jungen Sänger konnten auf der Bühne nicht nur den glücklichen Ausgang des Stückes feiern, sondern auch den gelungenen Premierenabend.

Quelle: APA

Aufgerufen am 16.11.2018 um 06:44 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/innsbrucker-festwochen-mit-witzig-bunter-barockoper-jung-1140862

Schlagzeilen