Kunst

Internationale Haydntage starten in eine neue Ära

Mit den traditionellen Abschlusskonzerten unter der Leitung von Adam Fischer sind am Sonntag in Eisenstadt die 28. Internationalen Haydntage zu Ende gegangen. Die 23 Konzerte der diesjährigen Saison erreichten eine Besucherauslastung von 93 Prozent. Kaum ist der Schlussapplaus verklungen, hat für das Musikfestival eine neue Zeitrechnung begonnen: 2017 werden aus den Haydntagen die "Haydnlandtage".

Zwei Wochen früher als zuletzt beginnt das neue Festival am 24. August 2017 und dauert bis 3. September. Mit dem Ortswechsel - nach dem Auslaufen des Nutzungsvertrages steht der Haydnsaal nicht mehr zur Verfügung - will man ein neues Konzept umsetzen: "Die Grundidee ist eigentlich die: Haydn hat 90 Prozent seines Lebens in seiner Heimat verbracht. Und die ist 50 Kilometer um den Neusiedler See. Das ist das 'Haydnland'", erläuterte Intendant Walter Reicher im APA-Gespräch.

Deswegen wurde als Motto "Haydnlandtage" gewählt: "Wir bringen Haydn hinaus in die frische Luft." Kommendes Jahr erwarten die Besucher 13 verschiedene Veranstaltungsräume, die bespielt werden. Sie befinden sich im Nordburgenland, wo Haydn sehr viel Zeit verbracht habe, aber auch im angrenzenden Niederösterreich mit Haydns Geburtsort Rohrau und in Ungarn, beschrieb Reicher. "Wir nehmen auch Wien dazu, weil Wien ja ganz wichtig war für ihn." Haydn kam als Sängerknabe in die damalige Kaiserstadt und verbrachte dort auch seine letzten Lebensjahre.

"Das Publikum hat somit die Chance, jeden Tag die Landschaft anders zu erleben, einen anderen Schauplatz zu sehen - natürlich immer mit dieser Musik", skizzierte der Intendant das neue Konzept. Nach dem heurigen Jahresmotto "Haydn und Böhmen" soll kommendes Jahr Paris und 2018 London einen Schwerpunkt bilden.

Natürlich bleibe man auch in Eisenstadt, meinte Reicher. Mit Schauplätzen wie der Bergkirche und anderen Kirchen, dem Museum und dem Kulturzentrum gebe es genug Möglichkeiten. "Aber wir vergrößern den Radius. Haydn wird auf der ganzen Welt gespielt - warum nicht auch im ganzen Haydnland?" Für Besucher werde es ein eigenes Mobilitätskonzept geben, kündigte der Intendant an.

Eröffnet werden die "Haydnlandtage" am 24. August 2017 mit der Aufführung von Haydns Oratorium "Die Schöpfung" in der Alten Universität in Wien mit dem Orchestre National d'Ile de France unter der Leitung von Enrique Mazzola. Zu den musikalischen Leckerbissen, die das Publikum erwarten, zählen beispielsweise ein Abend unter dem Motto "Cello Solo für Haydn" mit Mischa Maisky in der Eisenstädter Bergkirche und zwei Konzerte mit Adam Fischer und dem Danish National Chamber Orchestra in der Basilika Frauenkirchen sowie im Lisztzentrum Raiding.

"Haydn on The Beach" heißt es etwa in der Mole West, und der 30. August ist für eine Fahrt mit dem "Magical Haydn Train" reserviert. Auch Schloss Eszterhaza in Fertöd sowie die Schlösser Halbturn und Kittsee konnten als Veranstaltungsorte gewonnen werden.

Quelle: APA

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