Kunst

Jetzt folgt die Rache des Theatermachers

Thomas Bernhard. Er durfte nicht sein. Draußen in der Provinz. Jetzt rückt er dennoch ins Zentrum einer Aufführung. In Abwandlung des "Theatermachers".

Jetzt folgt die Rache des Theatermachers SN/simonitsch
Charly Rabanser, der Mann, der Thomas Bernhard nicht aufführen durfte. Jetzt schlägt er im Kunstigel (Güthaus) zurück. Simonitsch

Kultur. Unendliche Weiten und Freiheit. Oder doch nicht?

2012 wollte Regisseurin Inge Flimm mit dem Schauspieler Charly Rabanser den "Theatermacher" von Thomas Bernhard in Neukirchen am Großvenediger inszenieren. Der Suhrkamp-Verlag verweigerte trotz angelaufener Proben die Rechte. Bernhards Stücke wolle man nur in großen Theaterhäusern zulassen, hieß es in der schriftlichen Begründung an den lokalen Theatermacher Charly Rabanser.

"Njet!", hieß es in Fortsetzung 2014 auch in Gmunden und Seekirchen. Damals teilte ein Sprecher des Suhrkamp-Verlags auf Anfrage der SN mit: "Es ist immer ein Bündel von Kriterien, die bei der Rechtevergabe eine Rolle spielen. In diesem Fall war ausschlaggebend, dass uns die geplante Tournee zu regional erschien." Der Schauspieler Franz Froschauer zeigte sich damals "tief verletzt, traurig und enttäuscht", weil es ihm untersagt wurde, Thomas Bernhards Klassiker "Der Theatermacher" im Rahmen der Festwochen in Gmunden (wo Thomas Bernhard am 12. Februar 1989 starb) und in Seekirchen aufzuführen. In Seekirchen verbrachte Thomas Bernhard als Kind, nach eigenen Angaben, zudem die glücklichsten Jahre seines Lebens.

Im Sinne des Wortes ist jetzt festzustellen: Was lange währt, wird letztlich Wut. Denn nach Wald im Pinzgau wird zu einer Weltpremiere geladen. Am Spielplan: "Der Theatermacher, der Theater macht, aber nicht den Theatermacher machen darf". Das Stück schrieb Charly Rabanser. Ebenjener Mann, der sich als ganz typischer Theatermacher am Lande verzehrt, dem die Aufführung von Bernhards Stück durch den Suhrkamp-Verlag untersagt wurde.

Premiere im Güthaus (Kunstigel), Wald im Pinzgau; Donnerstag, 18. August, 20 Uhr; "Der Theatermacher, der Theater macht, aber nicht den Theatermacher machen darf" von Charly Rabanser.

Max Stotter und Elias Ebenkofler, beide begnadete Jungmusiker aus der nahen Umgebung, umrahmen den Text musikalisch. Dann: Christoph Krutzler liest als Nightsession aus den Memoiren der Josefine Mutzenbacher. Start etwa 22 Uhr. Nicht jugendfrei!

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