Kunst

Jüdisches Museum zeigt 2017 Elvis - und Trude

Für Elvis-Fans scheint 2017 ein gutes Jahr zu werden: Der King ist nicht nur (zumindest auf der Leinwand) im Mai in der Stadthalle zu sehen, auch das Jüdische Museum Wien widmet sich dem 1977 verstorbenen Superstar - und seiner aus Wien stammenden Sekretärin. Auch Kaufhäuser, Bunker, die Kosmetikindustrie und der Sozialismus werden vom JMW im Ausstellungsprogramm 2017 thematisiert.

Jüdisches Museum zeigt 2017 Elvis - und Trude SN/APA (Archiv/AFP)/STF
Erinnerungsstücke an den "King" zu sehen.

In der Schau "Trude und Elvis. Wien-Memphis-Hollywood" werden Objekte aus dem Nachlass der Wiener Jüdin Trude Forsher gezeigt. Sie musste 1939 aus Wien flüchten und wurde Mitte der 1950er-Jahre persönliche Sekretärin des Rock-Idols Elvis Presley. Ihr Sohn James hat zahlreiche Erinnerungsstücke und Fotos aus dem Nachlass seiner Mutter ausgewählt, die vom 5. April bis Ende Oktober 2017 im Palais Eskeles präsentiert werden, wie das Museum am Donnerstag mitteilte.

Die Ausstellung "Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur" erzählt wiederum ab 17. Mai die Geschichte großer Wiener Kaufhäuser. Deren Gründer stammten oft aus jüdischen Familien. Die Namen der Unternehmen sind teils prominent - wie Gerngross, Braun & Co oder Knize -, teils aber auch vergessen. Erinnert wird etwa an die verschwundenen Vorstadtkaufhäuser Wodiczka und Dichter.

Mit der Fotoausstellung zum Thema Bunker, die vom 7. Juni bis 12. November im Museum am Judenplatz angesetzt ist, wird eine virtuelle Reise nach Israel unternommen. Gezeigt werden Bilder des Fotografen Adam Reynolds, der die dort über das gesamte Land verteilten Schutzeinrichtungen dokumentiert hat. Der aus Krakau stammende Wilhelm Aleksandrowicz hat hingegen bereits in den 1930er-Jahren Palästina in seinen Aufnahmen festgehalten. Ihm ist ab 1. November die Schau "Israel before Israel" gewidmet.

Ebenfalls ab November wird der "Genosse Jude" im Palais Eskeles dokumentiert - also die Begeisterung vieler jüdischer Bewohner Wiens für die Ideen des Sozialismus. Als Vorreiterin des weiblichen Unternehmertums gilt Helena Rubinstein, die in Wien zwei Lehrjahre absolvierte, bevor sie später in den USA Karriere machte. Eine Ausstellung, die den Werdegang der berühmten Kosmetik-Pionierin dokumentiert, schließt das Ausstellungsjahr am Standort Judenplatz ab.

Quelle: APA

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