Kunst

Karin Bergmann bleibt Burgtheater-Direktorin

Die interimistische Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann bleibt bis 2019 an der Spitze des Hauses.

Karin Bergmann bleibt auch über 30. August 2016 hinaus an der Spitze des Burgtheaters. Das gab Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Dienstagvormittag in einer Pressekonferenz zur Präsentation der neuen Direktion bekannt. Die langjährige Mitarbeiterin des Burgtheaters wird das Haus zunächst bis 2019 leiten.

"Ich bin sehr glücklich, dass Frau Bergmann es weiter macht", sagte Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) bei der Bekanntgabe seiner Entscheidung über die künftige Burgtheater-Direktion, stellte jedoch gleichzeitig klar, dass er keinerlei Zusatzmittel für das finanziell schwer angeschlagene Haus in Aussicht gestellt habe.

Es gebe keinerlei finanzielle Zuckerln des Ministers, bestätigte auch Karin Bergmann: "Mit Zuckerln kann er nicht dienen. Aber ich lass mich mit Süßspeisen nicht abspeisen. Wie reden von Grundnahrungsmitteln, die müssen stimmen." Natürlich habe sie in den Gesprächen "ganz maßgeblich die Finanzierung angesprochen. Ich würde es nicht so formulieren, dass das Burgtheater mehr Geld braucht. Was das Haus braucht, ist eine Planungssicherheit." Es brauche "irgendwann die klare Ansage", dass allen Bundestheatern eine Valorisierung gewährt werde, mit denen steigende Gehaltskosten automatisch ausgeglichen würden. "Das war die Bitte, die ich geäußert habe."

"Die Bitte von Frau Bergmann deckt sich mit dem Ziel, das ich habe", meinte der Minister. Der Gap zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe sonst irgendwann einmal so weit auseinander, dass sich das Angebot nicht mehr finanzieren ließe. Für die Realisierung des Zieles gebe es jedoch keinen konkreten Zeithorizont: "Das Budget von 2015 ist beschlossen, was 2016 ist, hängt natürlich auch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab", so Ostermayer.Bergmann übernimmt Leitung bis 2019Auf die Frage, ob die laufenden Arbeitsprozesse von Matthias Hartmann und Silvia Stantejsky nicht einen Unsicherheitsfaktor darstellten, da Bergmann in den fraglichen Jahren ja auch am Burgtheater gearbeitet habe, sagte der Minister, dass Karin Bergmann ihm "glaubwürdig versichert" habe: "Es gibt nichts aus der Vergangenheit, was ein Problem werden könnte." Was prozesstaktisch künftig noch alles vorgebracht werde, könne man jedoch nicht wissen.

Es sei ihr Wunsch gewesen, "dass wir erst einmal über fünf Jahre reden, dann bin ich 66 Jahre alt" und "auch wenn wir alle länger arbeiten sollten" müsse man dann weitersehen, sagte Bergmann: "Mir erschienen die fünf Jahre eine gute Zeit." Der Posten war ja auf "bis zu fünf Jahre" ausgeschrieben worden, wobei nun bei Bergmann die zwei Jahre interimistische Leitung bis 2016 eingerechnet werden. Sie sei von der Findungskommission gefragt worden, habe sich aber erst nach ihrer Spielzeiteröffnung "das erste Mal in eine sportive Situation" begeben.

Bei der "Pressekonferenz zum Thema Spekulation und Gewissheit" sagte der Minister, es habe im Findungsprozess insgesamt 29 Interessenten gegeben, die sich entweder beworben hätten oder angesprochen worden seien. Mit den zwei Kandidaten des Vorschlages habe es ausführliche Gespräche gegeben. Der Aufsichtsrat habe heute Früh einstimmig seinen Vorschlag gutgeheißen. Für Bergmann habe nicht nur der Vorschlag der Findungskommission, sondern auch "ihre bisherige Performance" bei der interimistischen Leitung gesprochen.Burgtheater ist "ein Weltentheater"Bergmann sehe das Burgtheater als "ein Weltentheater": "Ich möchte, dass wir uns an ganz große, epochale Stoffe herantrauen, wie es früher der Fall war." So könnten etwa die Orestie, die Nibelungen oder der "Jedermann" etwa von neuen Autoren neu befragt werden.

"Das Allerwichtigste und Identitätsstiftende an diesem Haus ist natürlich das Ensemble. Wir sind zu Recht ein großes Ensemble, eines, um das man uns zu Recht im ganzen Sprachraum beneidet", meinte Bergmann und versicherte: "Ich persönlich brauche keinen Glanz, den lege ich mir durch die Künstler zu, die hier arbeiten werden." Das Fazit der Direktorin nach den jüngsten Wochen: "Das Burgtheater ist noch immer der Turm, auf den alle schauen - auch wenn es kurz danach ausgesehen hat, dass er schwankt."Große Akzeptanz für Bergmann im EnsembleDie 61-jährige in Recklinghausen geborene Theaterexpertin verfügt über langjährige Erfahrung am Haus und große Akzeptanz im Ensemble. Karin Bergmann kam 1986 als Pressesprecherin des Burgtheater-Direktors Claus Peymann nach Wien. Nach einem Zwischenspiel bei den Vereinigten Bühnen Wien und an der Volksoper holte sie Klaus Bachler 1999 wieder an die Burg zurück, wo sie zehn Jahre lang als seine Stellvertreterin tätig war und in der Saison 2008/2009, als Bachler bereits an der Bayerischen Staatsoper in München arbeitete, de facto auch das Haus führte.

Nach einem Jahr als Stellvertreterin des neuen Direktors Matthias Hartmann verabschiedete sie sich im Sommer 2010 in die Pension - und wurde von Kulturminister Ostermayer nach der Entlassung Hartmanns als Trouble-Shooterin zurückgeholt. Als solche hat sie sich bewährt und darf drei weitere Jahre die Geschicke des Hauses lenken.

Quelle: APA

Aufgerufen am 18.11.2018 um 10:38 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/karin-bergmann-bleibt-burgtheater-direktorin-3101311

Schlagzeilen