Kunst

Kinderoper: Puck treibt Schabernack mit dem royalen Feenpaar

Der Waldgeist führt mit spitzbübischem Witz in der Kinderoper "Die Feenkönigin" durchs musikalische Märchenland.

Kinderoper: Puck treibt Schabernack mit dem royalen Feenpaar SN/sf/baus
Miriam Albano als Puck.

Gewitzt sind seine Faxen, denn der Schalk sitzt ihm fest im Nacken. Auch Feenkönig Oberon und dessen weiblicher Gegenpart Titania bleiben von seinen Späßen nicht verschont. Puck, seines Zeichens Waldgeist, zieht gekonnt mit Zaubersprüchen die Fäden. Das junge Publikum hilft dabei kräftig mit. Am Donnerstag feierte die heurige Kinderoper der Salzburger Festspiele, "Die Feenkönigin", Premiere in der Großen Universitätsaula. Ein buntes Gewusel herrschte bereits vor Vorstellungsbeginn, Sitzpolster wurden eifrig von Eltern und Großeltern auf die Stühle gelegt, um auch den jüngsten Festspielbesuchern freie Sicht auf die Bühne zu verschaffen. Schon beim Eintreffen wurde das Publikum mit barocken Klängen empfangen.

"Die Feenkönigin" ist eine Bearbeitung von Henry Purcells "The Fairy Queen". Henrik Albrechts hat das Werk kindergerecht arrangiert und gemeinsam mit Regisseurin Elena Tzavara eine unterhaltsame einstündige Fassung gezimmert. Doch war es nicht nur Premiere des Musikstücks, auch die Sänger gaben allesamt ihr Festspieldebüt. Besetzt ist die Kinderoper traditionell mit internationalen Teilnehmern des Young Singers Project der Salzburger Festspiele, die mit Feuereifer und qualitätsvoller musikalischer Leistung aufhorchen ließen.

Besonders keck ging Mezzosopranistin Miriam Albano ans Werk. Die spielfreudige Venezianerin - sie ist bereits Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper - begeisterte mit veilchenfarbener Perücke und Glitzerkostüm (von Elisabeth Vogetseder) das junge Publikum.

Die Feenkönigin, gesungen von Mezzosopranistin Nika Gorič, überzeugte mit glockenklaren Höhen. An ihrer Seite ließ Bariton Sean Michael Plumb als Oberon sein Volumen mit Inbrunst schwingen. Das junge Talent wird ab Herbst an der Münchner Staatsoper zu hören sein. Die beiden Techniker, von denen einer kurzfristig zum verliebten Esel mutiert, wurden stimmlich überzeugend von Oliver Johnston und Unnsteinn Árnason gegeben. Schwungvoll dirigierte der 26-jährige David Niemann die Salzburg Orchester Solisten. Gefühlvolle Akzente setzte hier die erste Geigerin Birgit Kólar.

Ein witziger Regiehandgriff sorgte für Aha-Effekte. Das sympathische Duo Albina Latipova und Mingjie Lei mischten den Plot als unerwünschte Besucher auf. Das schönste Lob kam von einer jungen Besucherin nach der Vorstellung. "Mama, jetzt will ich erst recht eine Fee sein!" Der Elan des Ensembles wurde mit viel Applaus belohnt.

Kinderoper: Die Feenkönigin für Kinder, Salzburger Festspiele, Große Aula, bis 28. August.

Quelle: SN

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