Kunst

"Kubanischer Picasso" Wifredo Lam in der Tate Modern

Man nannte ihn den kubanischen Picasso - und dennoch ist Wifredo Lam (1902-1982) international kaum bekannt. Damit will die Galerie Tate Modern in London jetzt aufräumen. Rund 200 Werke umfasst die Retrospektive "Wifredo Lam", die am Mittwoch eröffnet wurde. Für Tate Modern-Chefin Frances Morris gilt Lam als einer der wichtigsten Künstler der kosmopolitischen Moderne.

"Kubanischer Picasso" Wifredo Lam in der Tate Modern SN/APA (AFP)/JUSTIN TALLIS
Wifredo Lam ist kaum bekannt.

"Seine Karriere stand unter einem Schatten. Wir wollen diesen Schatten abwerfen", sagte Morris. Lam wurde 1902 auf Kuba geboren, sein Vater war ein chinesischer Immigrant, seine Mutter stammte von afrikanischen Sklaven und damaligen spanischen Kolonialherrschern ab. Er studierte in Madrid und Barcelona und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco.

Maßgeblich für seine künstlerische Entwicklung war die Freundschaft mit Picasso, die er 1938 in Paris schloss. Picasso half ihm, seine eigene Identität und die seinerzeit unterdrückte karibische Kultur zu entdecken und darauf stolz zu sein, sagte Lams Sohn, Eskil Lam, bei der Eröffnung in London. Der Künstler selbst bezeichnete seine Malerei als "einen Akt der Dekolonialisierung".

Die bis 8. Jänner 2017 geöffnete Ausstellung führt chronologisch durch Lams Schaffensperioden, von den frühen Jahren der Beeinflussung durch Picasso, Matisse, Kubismus und Surrealismus bis hin zu den stark von den Ritualen der karibischen Voodoo-Praxis gefärbten späteren Werken. Lam kehrte mehrfach nach Kuba zurück, lebte aber überwiegend in Paris und Italien. Eine Ausstellung in New York brachte ihm 1948 den künstlerischen Durchbruch. In London sind seine Werke erstmals seit 1952 zu sehen.

Quelle: Apa/Dpa

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