Kunst

Liedermacher Sigi Maron 72-jährig gestorben

Der Liedermacher Sigi Maron ist am Montag 72-jährig in Baden bei Wien gestorben.

Für ihn war die Bezeichnung "unbequemer Musiker" wohl so treffend wie für wenige andere Protagonisten der heimischen Popszene: Siegfried "Sigi" Maron war ein sozialkritischer Liedermacher, wie er im Buche steht. Am Montag ist der Musiker, der mit Stücken wie "Geh no net furt" Erfolge feierte und auch eine Stimme der Arena-Besetzung war, im Alter von 72 Jahren in Baden bei Wien verstorben.

Geboren wurde Sigi Maron am 14. Mai 1944 in Wien. Sehr früh sollte sein Leben eine entscheidende Prägung erfahren, erkrankte er doch im Jahr 1956 an Kinderlähmung. Seit damals war Maron auf den Rollstuhl angewiesen. Nach der Matura fungierte er als Buchhalter in einem Kurheim und unternahm erste musikalische Schritte. Als Sänger und Gitarrist der Band The Bats schnupperte er erstmals Bühnenluft und legte den Grundstein für seine spätere Karriere. Die Gruppe sollte sich Ende der 60er-Jahre auflösen, nur wenig später begab sich Maron dann auf Solopfade.

Nach seinen ersten Konzerten Anfang der 70er-Jahre folgte 1976 seine Debüt-LP "Schön is' das Leb'n", die von Peter Wolf produziert und arrangiert wurde. Nur zwei Jahre später legte er mit "Laut & Leise" nach und setzte sich wie viele Zeitgenossen gegen den Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf ein. Dieser gesellschaftspolitische Einsatz fand in der Musik seinen Widerhall, brachte Maron doch - unverkennbar im Wiener Idiom - das alltägliche Leben auf den Punkt, was man in Liedern vom Kaliber eines "Hausmasta" oder der "Ballade von ana hoatn Wochn" bis heute nachhören kann.

Maron politisch immer wieder aktiv

Zu jenem Zeitpunkt war die Arena-Besetzung, bei der sich etliche namhafte Künstler der Austropop-Szene für den Erhalt des ehemaligen Schlachthofgeländes im dritten Wiener Bezirk als Kulturzentrum einsetzen, schon wieder Geschichte. Aber auch danach war der dezidiert politische Maron, der für die KPÖ 1998 und 2003 in Niederösterreich sowie 2013 bei der Nationalratswahl kandidierte, immer wieder bei Demonstrationen zu erleben. Nach weiteren Veröffentlichungen, neben Musik u.a. auch einem Lesebuch ("Der Wolkenschlepper"), folgte Mitte der 80er-Jahre mit der Neuaufnahme des Songs "Geh no net furt" der größte Erfolg: Die auf der von Konstantin Wecker produzierten LP "Unterm Regenbogen" enthaltene Version hielt sich zehn Wochen in den heimischen Charts.

Ruhiger wurde es schließlich Ende der 90er-Jahre um Maron, als er aus gesundheitlichen Gründen seine Live-Tätigkeiten für längere Zeit einstellen musste. Zu diesem Zeitpunkt war er seinen Fans nicht nur als Musiker, sondern auch bereits dank verschiedener Rollen in Film und Fernsehen bekannt, konnte man ihn doch etwa in der ORF-Serie "Tohuwabohu" oder Peter Turrinis Film "Atemnot" sehen, für den er auch den Soundtrack beigesteuert hat. Aber auch das Theater war ihm nicht fremd, untermalte er mit seiner Musik beispielsweise Inszenierungen am Theater der Jugend.

Mit "Es gibt kan Gott" brachte der Atheist Maron 2010 schließlich doch noch neues Material auf den Markt. Unterstützung erhielt er bei den Aufnahmen von den Rocksteady Allstars, mit denen er in weiterer Folge auch immer wieder live zu erleben war. Im selben Jahr erschien auch das Buch "Schmelzwasser" im Verlag Bibliothek der Provinz. Das 2014er Werk "Dynamit und Edelschrott" sollte Marons letzte Veröffentlichung bleiben. Noch vor wenigen Wochen war er beim Saisonauftakt am Wachtberg in Niederösterreich zu Gast und performte einige Lieder.

Quelle: APA

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