Kunst

Marktanteil österreichischer Filme in Kinos gestiegen

Zum mittlerweile zwölften Mal hat das Österreichische Filminstitut (ÖFI) alle verfügbaren Statistiken zur heimischen Kinobranche zusammengefasst und im Filmwirtschaftsbericht über das Jahr 2015 veröffentlicht. Dieser zeigt einen moderaten Anstieg der Filmwirtschaft sowie einen Zuwachs bei den Besuchern, auch bei heimischen Filmen, deren Marktanteil deutlich anstieg.

Marktanteil österreichischer Filme in Kinos gestiegen SN/APA/Harald Schneider
Die Zahl der angelaufenen Kinofilme und der Besucher stieg 2015.

So stieg im vergangenen Jahr die Zahl der in den heimischen Kinos angelaufenen Filme auf 431 (413 im Vorjahr), auch bei den Kinobesuchern gab es nach einem Rückgang im Jahr 2014 (14,3 Mio.) wieder einen Anstieg auf nunmehr 15,9 Mio. Besucher, was sogar die Zahlen von 2013 (15,2 Mio.) übertrifft. Das Besucherplus von 11,4 Prozent schlug mit einem Anstieg des Boxoffice von 14,6 Prozent zu Buche.

Die Zahl der österreichischen Erstaufführungen sank allerdings von 44 im Vorjahr auf nunmehr 37, die von 714.244 Personen gesehen wurde. Der Marktanteil stieg dabei auf 5,3 Prozent - den höchsten Wert seit 2009. Im Ausland war 2015 wieder ein besseres Jahr für den österreichischen Film, konnte man mit dort gezeigten Produktionen über 1,8 Millionen Besuche verzeichnen, was ein Plus von einer Mio. Besuchern gegenüber 2014 entspricht. Insgesamt waren es 32 Filme, die in 25 Ländern gestartet gezeigt wurden.

Der europäische Film insgesamt konnte mit 30,5 Prozent Marktanteil ein etwas stärkeres Jahr verbuchen, war man 2014 bei 29,7 Prozent gelegen. Der Anteil europäischer Produktionen bei den gezeigten Filmen lag bei 58,1 Prozent. Die US-Produktionen lukrierten mit 36 Prozent der gezeigten Filme hingegen 68,2 Prozent der Besucher.

Die mit Abstand meisten Besucher im Jahr 2015 lockte der Animationsfilm "Minions" mit 794.357 in die Kinos, gefolgt vom James Bond-Streifen "Spectre" mit 745.595 sowie "Fack Ju Göthe 2" mit 630.955 Besuchern. Die beste österreichische Produktion war auf Platz 13 mit 270.066 Besuchern Wolfgang Murnbergers Wolf-Haas-Adaption "Das ewige Leben". Als zweiter Film in den Top 50 fand sich die Doku "Streif - One hell of a Ride!" mit 116.179 Besuchern. Allerdings konnten 2015 nur mehr 37 von 431 angelaufenen Produktionen mehr als 100.000 Gäste anziehen (2014: 45), während 20,6 Prozent im Kino nicht einmal die Schwelle von 1.000 Zusehern überschreiten konnte (2014: 16,7 Prozent). Die Anzahl der Filme, die weniger als 5.000 Besucher verzeichnen, beträgt bereits 46 Prozent.

Konstant bleibt die Anzahl der Kinosäle. Nach sinkenden Zahlen in den vorangegangenen Jahren hatte sich die Zahl nach Wiedereröffnungen auf 556 erhöht, 2015 waren es schließlich 557 Säle in 138 Kinos österreichweit.

Die österreichische Filmwirtschaft ist ebenfalls leicht im Wachsen: In Summe waren es im Jahr 2015 2.328 Unternehmen, immerhin 14 mehr als im Jahr davor. Produktionsunternehmen sind laut dem Bericht mit einem Umsatz-Plus von 3,1 Prozent modert gewachsen. Diese Entwicklungen schlagen sich auch in der Beschäftigungszahl nieder, die in Summe ein geringes Wachstum von 0,3 Prozent aufweist. Auch die kumulierten Umsätze konnten mit 917,7 Mio. Euro geringfügig gesteigert werden (2014: 916 Mio. Euro).

Erneut einen Rückgang gab es bei der Verwertung: Physische Bild- und Tonträger erreichen 2015 mit 12,8 Mio. Stück einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Blu-Ray-Verkäufe sanken von 3,3 Mio. auf 3,2 Mio. Stück, der DVD-Verkauf schrumpfte von 10,3 Mio. auf 9,6 Mio. verkaufte Scheiben. Wieder gestiegen sind die Ausschüttungen im Bereich der Filmförderung: 2015 betrugen die Gesamtausgaben der 19 Förderstellen 81,7 Mio. Euro, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2014.

Quelle: APA

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