Kunst

"Memento 71": Künstler gedenken Schlepper-Opfern auf der A4

Mit der Aktion "Memento 71" gedenken steirische Künstler in Graz der 71 Toten, die am 27. August 2015 auf der A4 nahe dem burgenländischen Parndorf in einem Kühl-Lkw entdeckt worden waren. Die Intro-Graz-Spection affichiert Plakate mit den Namen der Toten. Im Kunsthaus läuft eine Ausstellung von Josef Schützenhöfer und am 13. September laufen die Vornamen der Opfer auf der BIX-Medienfassade.

Im luftdichten Laderaum des in einer Pannenbucht abgestellten Lkws befanden sich die Leichen von 71 Flüchtlingen, sie waren während des Transports erstickt. 70 der Toten konnten identifiziert werden. Es handelte sich um Menschen aus dem Irak und Iran, Syrien und Afghanistan, darunter auch zwei Familien mit ihren Kindern. Die meisten dieser Unglücklichen fänden, so die Intro-Graz-Spection, "wenn überhaupt, gesichts- und namenlos als blanke Zahlen ihren Eingang in unser Bewusstsein. Sie sind rasch wieder vergessene Statistik."

Mit "Memento 71" soll nun ein Projekt in drei Teilen der Intro-Graz-Spection - konzipiert von Christian Marczik und Emil Gruber - in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Graz "dieser unsichtbaren Opfer gedenken". Es solle laut Marczik und Gruber auch daran erinnern, dass "alle Menschen Individuen sind, mit Familien und Freunden, für die sie unersetzlich sind".

Einerseits affichiert die Intro-Graz-Spection im öffentlichen Raum von Graz von Georg Dinstl gestaltete Plakate mit den Vornamen der 71 Toten von Parndorf. Andererseits ist bis 18. September eine kleine Ausstellung mit Josef Schützenhöfers neuester Arbeit "71" im Space05 des Kunsthauses zu sehen. Es ist dies eine Verarbeitung des durch die Medien gegangenen Bildes des Lastwagens von Parndorf.

Am 13. September wird dann ein gemeinsamer Erinnerungsakt stattfinden, bei dem die Besucher aufgefordert werden, ihre Erinnerungen und Gedanken in die Arbeit von Josef Schützenhöfer einzuschreiben und einfließen zu lassen. Auf der BIX-Medienfassade des Kunsthauses werden gleichzeitig sämtliche Vornamen der Opfer laufen, so dass ein Jahr nach dem tragischen Ereignis den Menschen in persönlicher und achtvoller Weise gedacht werden könne, wie die Intro-Graz-Spection mitteilte.

INFO: https://www.museum-joanneum.at/kunsthaus-graz; www.intro-graz-spection.at

Quelle: APA

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