Kunst

"Montforter Zwischentöne" beleuchten menschliche Endlichkeit

Das Feldkircher Festival "Montforter Zwischentöne" beschließt von 10. bis 20. November mit seinem dritten Zyklus das heurige Jahr. Passend zum Abschluss des Jahres stehen die Veranstaltungen ganz im Zeichen der menschlichen Endlichkeit. Unter dem Motto "Sterben - Über das Loslassen" beleuchten Künstler und "Experten des Alltags" das Sterben aus unterschiedlichen und persönlichen Blickwinkeln.

Musikalisches Highlight der insgesamt sechsten Auflage des Festivals ist das "Messias"-Oratorium von Georg Friedrich Händel, das erweitert um eine "Liveschaltung ins Diesseits" am 19. November zur Aufführung gelangt. Das englische Libretto besteht fast ausschließlich aus Zitaten aus dem Alten Testament und neige "in seiner Formelhaftigkeit dazu, in liturgischer Distanz zur eigenen Lebensrealität zu bleiben", stellten die Veranstalter in einer Vorschau auf das Ereignis mit. Mit "Liveschaltung ins Diesseits" werden die Texte rund um Geburt, Verfolgung, Tod und Auferstehung am selben Abend einer aktuellen Betrachtung unterzogen. Beiträge dazu liefern ein Theologe, eine Sozialarbeiterin, der Oberarzt einer Palliativstation und ein Kunsterzieher.

Die dunkle Seite des Sterbens wird bei den "Montforter Zwischentönen" am 17. November aufgeschlagen, wenn der Journalist, Musiker und Autor Raimund "Tschako" Jäger im sterilen, gefliesten Bassin des Alten Feldkircher Hallenbads aus seiner kriminologischen Enzyklopädie mit Kurzporträts von Serien-, Massen-, Sekten- und Mitleidsmorden liest. Kommentiert werden seine Studien mit dem Titel "Mörder Seelen" von Gerichtspsychiater Reinhard Haller. Die musikalische Umrahmung liefert der Schlagzeuger Alfred Vogel.

Im "Quintett für vier Sterbebegleiter und ein Cello" am 18. November beantworten Experten unterschiedlicher Professionen, die Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, je sieben Fragen zum Thema. Ins Musikalische übertragen werden die Erzählungen aus dem persönlichen Erfahrungsschatz vom Cellisten Peter Bruns mit Werken von Johann Sebastian Bach bis Ernst Toch.

Die "Montforter Zwischentöne" sind die einzige eigene Veranstaltungsreihe des Anfang 2015 eröffneten Montforthauses in Feldkirch. An drei verlängerten Wochenenden im Februar, Juli und November wollen die künstlerischen Leiter des Festivals, Folkert Uhde und Hans-Joachim Gögl, einen niederschwelligen Zugang zu hochwertiger Kultur bieten. Die Themen der Reihen sollen dabei die jahreszeitlichen Stimmungen, Bräuche und den Lebensalltag aufgreifen, so die Verantwortlichen.

Quelle: APA

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