Kunst

Nach Christos Stegen nun "Baum-Kathedrale" in der Lombardei

Nach dem Erfolg von Christos "Floating Piers" am Iseo See boomt in Norditalien die Land Art. In der Nähe der lombardischen Stadt Lodi wird entlang des Flusses Adda an einer "Wald-Kathedrale" nach einem Konzept des 2009 verstorbenen Land Art-Architekten Giuliano Mauri gearbeitet. Die Fertigstellung ist für Oktober geplant.

Die Trennung von Kultur und Natur war ein Hauptanliegen Mauris, der beweisen wollte, dass eine Kirche keine trockene und tote Angelegenheit sein muss. Die Grundlage seiner 72 Meter langen und 22 Meter breiten "Baum-Kathedrale" bilden 108 Säulen aus Fichtenstämmen und Balken aus Kastanien- und Walnussholz, die verbunden werden. Jede Holzsäule hat einen Durchmesser von 1,2 Meter und ist 18 Meter hoch. Die Fläche der Kathedrale erstreckt sich über 1.618 Quadratmeter. Schnee, Regen, Wind und Sonne werden in 20 Jahren das Bauwerk zersetzen, doch 108 in der Kirche gepflanzte Buchen werden bleiben.

Das Projekt, das mit der Unterstützung der Triennale von Mailand verwirklicht wird, wird von Mauris Kindern umgesetzt. Mauri hatte bereits zwei ähnliche Kathedralen im Trentino und in der Provinz Bergamo errichtet. Die Kirche am Fluss Adda, die bis Oktober fertig sein soll, gilt jedoch als Krönung seiner Karriere. "Mauris Konzept war, Menschen einen Ort zur Verfügung zu stellen, wo sie vor dem Lärm der Stadt flüchten können, um in die Natur eintauchen", sagte das Stadtratmitglied der Gemeinde Lodi Andrea Ferrari.

Quelle: APA

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