Kunst

Österreicherin restauriert Gärten des Taj Mahal

Das Taj Mahal ist wohl das bekannteste architektonische Vermächtnis Shah Jahans (1592-1666). Aber der Palast stand nicht alleine: Entlang des Flusses Jamuna blühte die Stadt Agra, der Sitz der Moguln, mit vielen weiteren Palästen und Gärten. Heute sind diese großteils zerstört oder verbaut - die Wiener Kunsthistorikerin Ebba Koch hat sich ihre Rekonstruktion und Restauration zur Aufgabe gemacht.

Österreicherin restauriert Gärten des Taj Mahal SN/APA (epa)/Str
Die Gärten rund um den Palast sind teils verfallen.

"Ich habe versucht, das Taj Mahal in seinem urbanen Kontext darzustellen", erklärte Koch im Gespräch mit der APA. Um die Flussgartenstadt Agra zu rekonstruieren, nutzte sie zeitgenössische Beschreibungen der Moguln, alte Pläne und spätere Aufnahmen der Engländer. Rund 45 Paläste vermutete Koch entlang des Flusses, der damals auch als Hauptverkehrsader diente. In Feldforschungen gelang es ihr, die meisten davon zu lokalisieren und zu dokumentieren, sechs hat sie erstmals aufgenommen - darunter auch die große Palastfestung, bekannt als "Rotes Fort", in dem auch Taj Mahal-Erbauer Shah Jahan 1666 starb.

Bald könnte neben dem idealen, monumental geplanten Taj Mahal auch einer der klassischen Gartenpaläste wieder erstehen: Typischerweise erbauten die Moguln ihre Pavillons auf einer Terrasse, um das Ufer und den Fluss zu überblicken. Die geometrisch angelegten Gärten breiteten sich dahinter ins Landesinnere aus.

Genutzt wurden die Gartenpaläste von der Familie der Herrschers und Adeligen. Besonderen Stellenwert hatten in der Kultur der Moguln die Gärten: Egal ob Politik, Repräsentation oder Handel - ein großer Teil des Lebens spielte sich unter freiem Himmel ab.

Ab 1803 nutzten Repräsentanten des britischen Empires manche der Paläste als Residenzen und Gastunterkünfte, der Rest verfiel. Viele der ehemals prunkvollen Gartenpaläste sind heute verfallen, werden landwirtschaftlich genutzt oder wurden von der sich ausdehnenden Stadt absorbiert. Erst langsam entdeckt man heute in Indien diese vergessenen architektonischen Juwelen der Moguln wieder.

(APA)

Aufgerufen am 22.04.2018 um 11:35 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/oesterreicherin-restauriert-gaerten-des-taj-mahal-4063804

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