Kunst

Österreichische Musik glitzert wie ein Diamant

Kammerkonzert der Salzburger Festspiele mit Werken von Friedrich Cerha, Kurt Schwertsik und HK Gruber.

Es beginnt mit zwei Zupfern. Dem folgen ein Glockenschlag und ein ebenmäßiger Ton des Akkordeons. Dann gesellen sich Klarinette, Geige und andere dazu. Behutsam tasten sich die Instrumente aneinander heran, bilden Passagen und Akkorde. Klänge trippeln und tropfen, dann quillt die Musik, manchmal tuscht's. Oder man hört ein lautes Gestrüpp einer hurtig spielenden Kapelle, dann legt sich ein ordnendes Akkordeonsolo drüber. Alles endet offen - wie ein nie zu vollendender Satz. So klug, humorvoll und vielschichtig hat Friedrich Cerha seine "Quellen" komponiert, um, wie er beschreibt, "die Wurzeln meiner musikalischen Vorstellungen" auszuloten. Das oenm und Dirigent HK Gruber eröffneten damit am Freitag im Mozarteum ein grandioses Konzert österreichischer Musik: geistreich wie virtuos, witzig wie tiefsinnig. Kurt Schwertsiks "Adieu Satie" glitzerte wie ein Wiener Diamant: heiter, pfeffrig, traurig, torkelnd oder gschaftig. Und dann Friedrich Cerhas "Keintate"! HK Gruber sang sie, während er dirigierte, manifestierte eine Ikone des Österreichischen - wie Qualtinger oder Heltau.

Quelle: SN

Aufgerufen am 25.09.2018 um 03:01 auf https://www.sn.at/kultur/kunst/oesterreichische-musik-glitzert-wie-ein-diamant-1156372

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